Mittwoch, 15. August 2018

"Diese eine Liebe...


wird nie zu Ende gehen" singen die Ärzte in ihrem Hit „Westerland“. In dem Song nehmen sie diesen Ort und die Insel Sylt zwar auch etwas aufs Korn („es ist zwar etwas teurer hier, aber dafür ist man unter sich. Und ich weiß jeder zweite hier ist genauso blöd wie ich“). Trotzdem muss ich immer mitgrölen und meine es ernst mit dieser Liebeserklärung an die Nordseeinsel mit der einzigartigen Silhouette. Immer wieder zieht es mich dorthin. Dabei war mein erster Besuch eher traumatisierend: Eine Klassenfahrt mit 12 ins 5-Städte-Heim in Hörnum. Meine Erinnerungen daran: Unbequeme quietschende Metall-Hochbette, ekliger Fenchel-Tee und Schuhsohlen-Schnitzel sowie die ersten Freundschafts- und Jungsdramen nachts im Flur. Doch das Meer, die Tierwelt und die karge Landschaft haben mich schon damals zu einem Nordsee-Fan gemacht. Während es mit den Eltern immer aufs lieblichere Föhr ging, war Sylt dann mein erstes „Solo-Reise“-Ziel: mit 15 zwei Wochen Jugendherberge in List und Praktikum bei einer Naturschutzorganisation.

Samstag, 28. Juli 2018

Tagebuch Wilder Westen in der Toskana

1. Tag
Nach der Ankunft am Vorabend und einem leckeren Essen geht es heute gemütlich los. (Allgemeine Infos hier). Wir frühstücken und bummeln gegen 9.15 Uhr runter zum Roundpen. Die Pferde werden eingeteilt, ich soll Geronimo reiten, einen Rappen mit viel weiß. Wir holen die Pferde von Weide, putzen und satteln. Mit Patricia reiten wir zwei Stunden aus, rund um die Casa, viel bergauf, klettern, einmal bergauf galoppiert. Lucy, der Hund, läuft mit. Danach Mittag, Zwiebelsuppe mit Tortellini, Salat, Schinken, Salami und Käse. Am Nachmittag fahren wir mit den Autos ins nahe Anghiari. Es ist berühmt für die alte schnugerade Römerstraße, die zum Ortskern bergauf führt und in deren Verlängerung zur Sommersonnenwende die Sonne steht. Wir bummelnd durch die kleinen Gassen und die Stadtmauer entlang, gönnen uns einen Cappuchino und ich bin echt angetan von dem Flair dieses Städtchens. Abends gibt es Quiches, u.a. mit Ziegenkäse, sowie Schweinebraten mit Spargel-Möhren-Gemüse. Dann noch ein bisschen rumpacken, sortiere Sachen aus die ich bei Ritt nicht brauche. Wir können alles in den Zimmern lassen. Ich bin gespannt auf die Tour...

Dienstag, 24. Juli 2018

Wilder Westen in der Toskana

Ich muss zugeben, als ich mich für die Wanderreitwoche in der Toskana angemeldet habe, hatte ich so gar keine Erwartungen. Weder war es ein Sehnsuchtsziel, noch dachte ich an Abenteuer. Ich fand, es klang nett für einen "kleinen" Urlaub und ich freute mich auf die Reit-Reisen-Truppe, die ich zum großen Teil schon kannte. Eine davon hatte die Casa Bivigano aufgetan und uns überzeugt. Ich vertraute ihr, dachte aber, ok, wird halt bisschen rumreiten, dazu hoffentlich gutes Essen, und eher wenig Raus aus der Komfortzone, da wir in richtigen Gasthäusern übernachten sollten.
Nun ja, das taten wir auch - aber die Woche hat mich umgehauen. Es war wundervoll, lustig, und doch ne ganze Menge Abenteuer und doch recht überraschende Unterkünfte.

Sonntag, 22. Juli 2018

Sehnsucht am Sonntag: Safari-Time

Es ist Ferienzeit und viele sind im Urlaub. Ich nicht, meine große Reise steht ja erst im Oktober an. Die Vorfreude wächst, und ich muss noch ein wenig planen. Da es wieder nach Afrika geht, hier mal eine Erinnerung an Namibia. Schon wieder viel zu lang her, aber echt toll. Dieser Termitenhügel war wirklich beeindruckend. Ich freue mich wieder auf Steppe, Busch und hoffentlich tolle Ritte.

In der Rubrik "Sehnsucht am Sonntag" beschreibe ich in kurzen Beiträgen unvergessliche Momente auf meinen Reisen - (fast) jede Woche neu.

Samstag, 23. Juni 2018

Städtetrip: 20 Stunden in Mailand

Bella Italia, ich komme! Mein Urlaub dort startete mit einem Flug mit Ryanair nach Mailand, von dort ging es weiter mit dem Zug zu meinem eigentlichen Ziel, die Toskana. Aufgrund der Flugzeiten bot es sich an, eine Nacht in Mailand zu bleiben. Vor allem hatte ich ein Ziel vor Augen: Ich wollte unbedingt Leonardo da Vincis Abendmahl ansehen. Schon Wochen vorher hatte ich mir ein Ticket gekauft, für 10 Uhr am Samstag vormittag - der Zutritt ist limitert und es ist schnell ausverkauft. Doch damit blieb eigentlich auch nur ein später Nachmittag plus ein paar Stunden am Vormittag. Lohnt das überhaupt? Ich bin ja gern mal mit straffem Programm unterwegs, aber ein bisschen verrückt erschien es mir schon.
Ankunft und Abendprogramm
Zu allem Überfluss verspätete sich meine Ankunft auch noch. Statt gegen 15 Uhr kam ich erst gegen 17 Uhr an. In Bergamo, denn Ryanair fliegt nicht direkt nach Mailand. Ich hatte im Vorfeld schon ein Ticket (5 Euro) für den Bustransfer nach Mailand gekauft, bei Terravision. Das wäre aber gar nicht nötig gewesen, es gibt dort mehrere Anbieter, alle verkaufen direkt am Bus, und so musste ich warten, bis mein Bus kam. Die Fahrt nach Mailand endete dort am Hauptbahnhof. Ich hatte ein einfaches Zimmerchen in der Nähe gebucht, mit Gemeinschaftsbad. Es war günstig, aber völlig ok, neu im Ikea-Stil eingerichtet.
Ich zog mich nur ganz kurz um und weiter gings. Direkt vor der Tür war eine U-Bahn-Station. Ich kaufte ein 24 Stunden Ticket für gerade mal 4,50 Euro - gute Entscheidung, so konnte ich einfach jederzeit und überall mich für die Bahn entscheiden. Und so stand ich schon wenige Minuten später vor dem Must-See: der Dom. Mit mir hunderte andere Touristen, Selfiestick-Verkäufer und Tauben. Das Gebäude ist beeindruckend, für eine Besichtigung reichte es zeitlich nicht.
 
 
 
 Nach den obligatorischen Fotos geht es gleich nebenand in die Galleria Vittorio Emmanuele. Da die Geschäfte schon zu waren, gar nicht so voll.
 
 
 Dannn meldete sich auch mein Magen, ich hatte tierisch Hunger. Ich wollte eigentlich unbedingt ein Risotto milanese essen, aber - das klappte nicht. In der Galerie und rund um den Dom gab es einige, aber eher teure Restaurants, ich suchte mit Tripadvisor nach was einfachem. Leider konnte ich meine ausgewählte Pizzeria nicht finden konnte lief ich eher zufällig am "Il Priscio" vorbei. Dort gibt es gefüllte Teigtaschen, Panzerotti, in verschiedensten Variationen. Mir ging es wie den Leuten am Nebentisch: Es war so lecker, dass ich immer noch eines bestellte. Danach regnete es, und fix ging es mit der U-Bahn zurück in mein Zimmerchen.

Abendmahl und am Kanal lang
Am nächsten Morgen bringe ich erstmal mein Gepäck zum Bahnhof und gebe es an der Aufbewahrung ab. Dann laufe ich bis zum Cafè Pave, ein Frühstücks-Hotspot. Es ist sehr hipsterig, und ich komme quasi, als noch gar nicht geöffnet ist. Aber mit mir warten schon andere, so dass es gut gefüllt ist gleich nach Öffnung. Sitze an großem Tisch mit anderen. In der Theke locken fantastisch aussehende Leckereien. Ich entscheide mich für ein Schokohörnchen, ein Himbeer-Tartelett, Cappuchino und frischen O-Saft. Echt lecker, aber mit 12,80 Euro auch nicht ganz günstig.
 
Danach fahre ich mit der U-Bahn fix zur Kirche, neben der das Abendmahl zu sehen ist. Ich tausche das online-Ticket ein und warte auf Einlass. Ich konnte leider nur noch den Time-Slot mit italienischer Führung buchen, aber egal. Pünktlich um 10 geht es los. Wir gehen durch zwei Schleusen und sind dann endlich in dem Saal. Die Erklärungen verstehe ich nicht, aber es gibt Tafeln, auf denen auch in Englisch Infos stehen. Ich bin wirklich beeindruckt und wie immer auch etwas ergriffen, ein solches Meisterwerk, dass gefühlt jeder kennt und man schon 1000 mal gesehen hat auf Postkarten und Co., nun in echt zu sehen. Der Zeitplan ist genau getaktet, jede Gruppe darf nur 20 Minuten in dem Saal bleiben. Auch wir werden dann weiter zum Ausgang geschickt.
Auch die gegenüberliegende Seite ist sehenswert

Danach nehme ich wieder die U-Bahn und fahre in ein anderes Stadtviertel, dort, wo die sog. Navigli sind, kleine Kanäle. Das ist ganz nett, und es fahren auch Ausflugsboote, aber nach dem Venedig-Trip und Amsterdam aber natürlich wirklich nur eine Spar-Version. Trotzdem geniesse ich das Flair und die Sonne, laufe auf der Suche nach einer Drogerie (ich hatte meine Zahnpasta vergessen - wurde in der Kette Tigota fündig) durch die Wohngebiete und dann zurück zu einem der Hauptkanäle, an dem auch Flohmarkt ist. In einem kleinen Laden kaufe ich frische Focaccia, die dort nach Gewicht verkauft wird.
 
Am Bahnhof spielt drei ältere Männer tollen Blues, nich nur ich, auch die Taxifahrer die auf Kundschaft warten, sind begeistert. Per Bahn geht es noch nach Brera. Dies ist quasi das Altstadviertel, mit Gassen und einem Palazzo, in dem ich mir auch den Innenhof anschaue. Nach einem leckeren Eis und dem Gefühl, wirklich in Italien angekommen zu sein, mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof.
 
 
 
 
 
 
 
 
Mein Zug nach Arezzo startet um 14:48 Uhr - pünktlich! Man kommt hier übrigens nur mit Ticket zu den Bahnsteigen, das wird an Absperrungen kontrolliert. Und dann geht es auf ins nächste Abenteuer.