Montag, 25. Februar 2019

Safari-Time: Tiere gucken im Kruger Nationalpark Teil 2


Nachdem ich euch ja schon von den organisatorischen Dingen und der Unterkunft im Kruger Nationalpark erzählt habe (hier), wollt ihr sicher auch wissen, ob und welche Tiere ich gesehen habe. Der Kruger Park ist mit 19.485 km² einer der größten Wildschutzgebiete Afrikas. Und: er ist Heimat der Big Five, also Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn. Ich werde natürlich auch erzählen, ob ich alle davon gesehen habe, aber natürlich gibt es noch vieles andere zu entdecken.

Zuerst einmal: Ja, es ist ein Park, und der ist auch mit Zäunen mehr oder weniger geschützt. Und er verfügt über viele gut geteerte Straßen, und auch die Sandpisten sind in gutem Zustand. Als wir mit unserem Mini-Reisebus gerade mal das Tor (dort werden Pässe und Permits kontrolliert) passiert hatten, stand schon eine Giraffe mitten auf der Straße, drumherum einige Autos. Ich freute mich zwar total, denn ich liebe diese außergewöhnlichen Tiere, aber es war schon irgendwie seltsam und ich hatte ein wenig das Gefühl, ich würde nicht in der Wildnis, sondern im deutschen Safari-Park umherfahren.


Dieser Eindruck kann leicht entstehen, wenn man täglich den doch recht zahlreichen Autos begegnet - sowohl normale Pkw als auch die typischen, offenen Neun-Sitzer-Safari-Jeeps - und die gute Infrastruktur kennenlernt und sich viele Tiere quasi direkt an der Straße tummeln. 
Aber: es ist doch was ganz anderes. Das wird einem durch mehrere Dinge bewusst. Zum einen die unendliche Weite, die langen Strecken, die man fährt, und an denen man am Ende doch nur einen winzigen Teil des Parks gesehen hat.
 Und zum anderen auch die Tatsache, dass man auch die "raue" Seite der Wildnis sieht. Der nachts gerissene Büffel, den ich im Camp habe brüllen hören, wurde direkt an der Haupteinfahrtstraße getötet. Der Kadaver blieb dort liegen, sichtbar für alle. Im Laufe eines Tages wurde er ausgeweidet, von Hyänen, Geiern und anderen Tieren, bis nur noch Haut und ein paar Knochen übrig waren. Und auch der "Kill" der Leoparden, ihre Beute, hängt dort dann eben im Baum - da baumeln dann blutige Antilopenreste an einer Astgabel. 

Und es wird einem auch bewusst, wenn man stundenlang im Auto sitzt, am besten noch in der morgendlichen Kälte, durchgepustet vom Fahrtwind, und einfach fährt und fährt und NICHTS sieht, ausser den irgendwann schon üblichen Verdächtigen, die einfach überall sind, Springböcke und ein paar Zebras sowie "Pumba", Warzenschweine.


Darüber freut man sich, natürlich sind das tolle Tiere, aber man hofft ja doch immer auf was Besonderes. Ich habe dort insgesamt fünf Gamedrives gemacht und einen Bushwalk. Mindestens zwei Drives habe ich als "langweilig" abgestempelt, und der Bushwalk war zwar ganz schön im Sonnenaufgang, aber dort haben wir nur ein paar Büffel und eine Antilope in weiter Ferne gesehen. Man kann also viel Pech haben, wenn man nur kurz da ist oder nur wenige Gamedrives machen kann. Das ist eben Natur. 
Nun wird es aber Zeit für das, was ich gesehen habe! Die Bilder kommen sicher nicht an echte Safari-Fotos ran, da ich nur meine kleine "Knipse" mit hatte - mit den Monsterteleobjektiven, die man dort teilweise sieht, kann ich da natürlich nicht mithalten...

Vögel: 
Ich muss zugeben, ich bin so gar kein Birdwatcher. Aber natürlich freut man sich auch über die Vögel, die man so sieht und die es hier so gar nicht gibt. Daher hier ein paar der gefiederten Freunde


Giraffen: 
Meine Lieblinge, und das nicht nur weil sie so einfach zu entdecken sind. Ich finde diese Tiere mit ihrem seltsamen Körperbau, den tollen Augen und dem eleganten Gang einfach sehr schön. Davon gibt es im Kruger reichlich, und daher hier nun auch ein paar viele Fotos.... 





Antilopen:  
Es gibt viele verschieden Arten. Die Springböcke sieht man am meisten, überall. Deshalb werden sie scherzhaft auch "McDonalds" genannt. Dann noch die Kudus mit ihren tollen gedrehten Hörnern, die Waterbucks, groß und stattlich und mit weißem Ring auf dem Po. Dazu gibt es einen afrikanischen Witz: Weil kein Platz mehr auf der Arche Noah war, mussten sie auf die Toiletten. Die Ränder waren aber frisch gestrichen und hinterliessen den Abdruck :-) Dazu noch viele viele weitere, bis hin zu den winzigen Dik Diks. 
Kudu
Dik Dik
 
 
Gnu

Hyänen:
Diese Tiere haben ja nicht unbedingt einen Sympathie-Bonus, was vielleicht auch an ihrer Darstellung in dem Disney-Film "Der König der Löwen" liegen mag. Im Kruger haben sie aber schlauerweise herausgefunden, dass die Entwässerungsröhren unter den Straßen sich super als Höhlen eignen. Daher leben und liegen sie direkt daneben und man sieht sie recht häufig. Und: ich fand sie toll! Sie hatten zu dieser Zeit niedliche Welpen und die großen kümmerten sich liebevoll. Zudem sind sie wichtige "Aufräumer", denn sie fressen alles auf - sogar Knochen. Deshalb ist ihre Sche... auch weiss und daher gut zu erkennen.







Wildhunde: 
Seit ich in Namibia diese vom Aussterben bedrohten Tiere in einem Reservat kennenlernen durfte, finde ich sie faszinierend. Da sie aber so selten sind, auch im Kruger leben nicht viele, war es ein Wahnsinns-Glück, dort ein kleines Rudel zu entdecken. 



Reptilien:
Ich bin kein Fan von Reptilien, sind halt nicht so kuschlig...Aber sie sind wahre Überlebenskünstler. An den Wasserlöchern sahen wir Krokodile, und nach einem Regen kreuzte auch eine Schildkröte unseren Weg. Einmal blieb unser Guide einfach stehen und fragte, ob wir was sehen. Wir starrten und starrten, aber entdeckten nichts. Bis er uns darauf hinwies, dass im Busch direkt neben uns eine grasgrüne Schlange war. Eine giftige Schlange, die Boomslang. Uuuuuhaaa. 



Nashörner, Nilpferde und Elefanten:
Die grauen Riesen packe ich mal zusammen. Wir haben einige gesehen, auch öfter. Elefanten in ganzen Herden, mit Nachwuchs. Nashörner oft zu zweit. Sie haben dort noch ihr Horn, obwohl sie das reizvoll für Wilderer macht. Wir haben nur Breitmaulnashörner (White Rhino) gesehen, die noch etwas häufiger sind als das Spitzmaulnashorn (Black Rhino). Die Elefanten sind im Park übrigens nicht gefährdet. Im Gegenteil, ihre Population wuchs im 20. Jahrhundert so stark, dass sie fast alle Wälder dort quasi rodeten und die Nahrung knapp wurde. Da der Park erweitert wurde, hat sich die Lage entspannt. Nilpferde gab es in den Wasserlöchern auch, vor denen habe ich ja echt Respekt. Nach dem Aufenthalt auf der Horizon Horseback Ranch mit Haus-Hippo waren sie für mich aber gar nicht mal soooo spannend.
 











Büffel:
Die bis zu 750 Kilo schweren Tiere, die in Herden leben und sich auch gegen Löwen zur Wehr setzen, waren in Südafrika durch Jagd und Krankheiten schon ausgerottet. Sie wurden wieder angesiedelt - erfolgreich. Sie sind nicht ungefährlich, kranke und alte Tiere sondern sich ab und werden dann auch gerissen. Wir haben zwei Mal eine große Herde gesehen, einmal auf einem Fels, wo sie wohl tranken und danach grüne Algengrütze am Maul hatten, ein anderes Mal querten hunderte Tiere unsere Straße und wir standen einfach lange da und liessen sie vorüberziehen.

Löwen: 
Die großen Katzen, der König der Savanne - sie sind nicht leicht zu entdecken. Wir hatten Glück und ein junger Löwe lief einmal direkt am Auto vorbei über die Straße. Allerdings habe ich nach wie vor keinen "großen" Löwen, mit richtiger Mähne, gesehen oder gar jagende Löwinnen. Dazu braucht es wohl sehr viel Glück oder sehr viele Safaris.


 


Leopard:
Wer  es bis hierhin geschafft hat, weiß - für die Big Five fehlte mir also nur noch der Leopard. Tja, das wunderschöne gefleckte Katzentier hinterliess zwar Spuren und Beute, aber es war nicht zu sehen. Naja doch. Tief versteckt im Gebüsch. Ich habe nur ein verschwommenes Tupfen-Foto. Ob das zählt für die Big Five? Für mich schon. Aber ich hätte auch nichts gegen eine weitere Safari, vielleicht mit etwas mehr Katzen-Glück.


Mein Highlight war ein Badevent der Elefanten an einem Wasserloch. Es kam einer nach dem anderen, sie hatten soooo viel Spaß beim Planschen, Spielen, Schwimmen und Tauchen. Wir haben lange zugeschaut, ich hätte ewig dort bleiben können.  




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