Dienstag, 8. Januar 2019

Reitwoche im Busch - Horizon Horseback Safari

Südafrika - das war ein Traum. Der Grund dafür war, mit meiner lieben Reitreise-Gruppe eine Woche Reiturlaub auf der Ranch Horizon Horseback zu machen - nördlich von Johannesburg in der Waterberg-Gegend. Wir trafen uns mittags am Flughafen in Johannesburg, goße Freude, als nach und nach die anderen durch die Tür in der Ankunftshalle kamen. Wir wurden mit einem Mini-Bus abgeholt, und nach etwas Gepäck-Tetris ging es los. Erst über die Autobahn, dann über kleinere Straßen und schließlich über eine rötliche Sandpiste - Afrika-Feeling. Dann passieren wir das Tot mit dem etwas verwitterten Horizon Schild.
Wir nähern uns der Farm, landen nähe der Ställe. Hunde, Pferde, Menschen. Ein Gewusel, Herzlichkeit. Ankommen, Wohlfühlen. Wir werden von Kristy und Paula begrüßt, die die Farm leiten. Dann werden die Zimmer verteilt, es sind mehrere Hütten, locker auf dem Gelände verteilt, mit Strohdächern und Blick auf den See.

 
Wir beziehen unsere Drei-Bett-Zimmer, Dann gibt es einen leckeren Mittagssnack, Wraps mit Huhn und Salat. Wir ziehen uns um, lernen die anderen Gäste kennen. Es geht Richtung Pferde. Sie werden für uns fertig gemacht. Es gibt eine feste Aufstiegshilfe, und schwupss, sitze ich auf einem relativ großen Braunen namens Swamp Billy. Wir reiten übers Gelände, auf gepflegten Sandwegen Galoppaden. Wir treffen die anderen Reiter an einem Felsen zum Sundowner.

Ich geniesse den Cider, getrocknete Früchte und den Sonnenuntergang. Angekommen in Afrika! Im Halbdunkel zurück zur Ranch. Wir ziehen uns kurz um, und dann gibt es im "Salon" an der langen Tafel schon Dinner. Als Vorspeise grünen Spargel mit Sauce, dann Büfett mit gefülltem Schweinebraten, Gemüse, zum Nachtisch Backbananen mit Brandy und Schokosauce. Sehr lecker!

Die Tage auf der Ranch
Die nächsten Tage geniessen wir auf der Ranch. Es gibt morgens um 7 Uhr Frühstück, mal drin, mal draußen unter dem riesigen Baum. Es gibt immer Toast, Obst, dazu Rührei mit Speck oder auch mal Omelette. Danach geht es um 8 Uhr zu den Pferden. Wir bekommen immer mal verschiedene. Dann wird knapp zwei Stunden geritten, über das riesige Gelände der Farm. Man begegnet Zebras, Giraffen, Antilopen, es wird auf langen Sandwegen galoppiert, an einem See mit Seerosenteppich sehen wir Nilpferd-Mama mit Baby, im Busch hüpfen wir über kleine Hindernisse.
Happy Riders!
Hippo voraus!
Nach der Rückkehr gibt es immer kleinen Lunch auf der Terrasse oder unter dem Baum, zb. Salat und Rippchen. Dann ist Pause, und die nutzen wir meist zum Dösen und Planschen an und im Pool mit Blick auf den kleinen See. Wir spielen mit den vielen Hunden.
 
 
Am Nachmittag um 16 Uhr ist dann der zweite Ritt. An einem Nachmittag entscheide ich mich dafür, Polocrosse auszuprobieren. Es macht Mega-Spaß, auch wenn ich wirklich nicht weiß wie eigentlich die Regeln sind und ich mit dem Schläger und dem Ball so meine Probleme habe. Aber die wendigen Pferde und das Kampfgeist machen Freude. Auch die Ritte sind schön, durch Busch, über Felder und immer mal mit Tierbegegnungen.

 
 Die Guides sind nett und umsichtig, Shingi erklärt auch viel zu Pflanzen und Tieren, Silas fragt nach jedem Galopp ob alles "good good" ist. wir sehen aber auch Knochen von einer toten Giraffe, die von einer Krankheit hinweggerafft wurden, und ein entkräftetes Eland, das wohl im Sumpf stecken geblieben war und so schwach ist, dass es einige Stunden später sirbt. Auch das gehört dazu. Es ist zwar eine Farm und ein "gesichertes" Umfeld, man sieht auch noch die Spuren der früheren Landwirtschaft, aber die Natur wird schon weitgehend sich selbst überlassen.
Rinder gibt es noch
Zebras voraus
Spaß beim Polocrosse
Eine neue Giraffe wurde dann aber auf einer der vielen Auktionen von einem Gast gekauft und der Farm geschenkt, sie streift nun mit der anderen hier umher. Und immer gibt es einen Sundowner oder nach der Ankunft einen Gin Tonic. An einem Abend findet das Dinner draußen unterm Baum stand, beleuchtet von Feuerkörben. Wunderschön.
 
 Auch mit den anderen Gästen aus aller Welt verstehen wir uns gut, es wird viele gelacht, die Gruppen mischen sich. Das Essen ist immer sehr sehr lecker.  Während eines Morgen-Rittes reiten wir zu einem Fels, an dem schon Mitarbeiter warten und es unterm Baum Rührei und Würstchen vom Lagerfeuer gibt, dazu Getränke.

Ausflug nach Entabeni
Einen Tag verlassen wir die Ranch und machen einen Ausflug in das Game-Reserve Entabeni.
Es geht morgens um halb fünf los. Entabeni ist ein großes Reserve, sehr schick und groß. Wir kommen an und machen dann einen Morning Drive. Es geht einen steilen Berg hinab in die Ebene. Wir sehen Elefanten und Löwen aus der Ferne.
 Dann geht es wieder hoch und wir frühstücken in dem großen Speisesaal.
 
Danach haben wir leider sehr lang Pause, und Langeweile macht sich breit. Wir dösen am Pool und beobachten freche Affen, leider hat keiner Badesachen dabei.Es gibt auch eine tolle Terrasse mit Blick auf den dortigen See, wo wir noch etwas trinken.
 
Nachmittags dann noch einen Gamedrive mit Sonnenuntergang und Drink. Ganz schön, aber wir kommen erst sehr spät wieder an die Ranch, wo gottseidank noch Dinner auf uns wartet. Alles in allem ein schöner Ausflug, aber der Morning Drive hätte evtl gereicht.

Die Pferde
Rund 80 Pferde leben auf Horizon, nicht alle werden geritten. Während der Reittage auf der Ranch habe ich neben Swamp Billy noch Mon chic, eine zarte Fuchs-Araberstute, einen Einäugigen Wallach und mehr. Ich komme mit allen gut klar. Sie werden in einer Mischung aus englisch und Western geritten, sind alle sehr rittig und trittsicher. Die Trailsättel sind alle superbequem. Wenn die Pferde frei haben, laufen sie in dem riesigen Gelände umher. Der See dient auch zum Trinken - und dort lebt auch fast immer ein dickes Nilpferd, Strauße kommen zum Trinken, Antilopen. Das Nilpferd ist friedlich, dennoch muss man es im Auge behalten. Etwa, wenn man mit den Pferden im See schwimmen geht. Das war ein tolles Highlight und hat echt Spaß gemacht.

Einäugige gibt es mehrere - Folgen von Entzündungen
Die Pferdes sind eine bunte Mischung, zusammengekauft und dort ausgebildet. Sie werden zum Füttern geholt, an langen Anbindebalken bekommen sie ihr Futter, die durchs Scharren entstandenen Kuhlen wurden während unseres Aufenthalts auch mal aufgefüllt.
Jedes Pferd hat sein Zaumzeug, manche teilen sich eines. Die Guides sind angestellt und werden unterstützt von Volontären. Es wird immer geschaut, ob alles ok ist. Einmal fiel auf, dass ein Pferd etwas steif ging. Also wurde gewartet und ein neues geholt. Alle Pferde waren sehr gepflegt und gut genährt. Auf unserer Tour zum Camp hatte ich Highlander, einen hübschen Buckskin, der mit der Trense sehr empfindlich war. Das wurde mir aber auch gesagt bzw. ließ ich mir dann beim Abtrensen helfen. Dort wurden die Pferde auch nach dem Reiten ggf. geduscht.

Camp Davidson
Nach drei Tagen auf der Ranch brechen wir auf zum Zeltcamp. Es liegt gar nicht so weit entfernt von der Ranch auf einer Anhöhe mit Blick über das Land. Wir sind schon mal vorbeigeritten. Da wir während der drei Tage dort immer dasselbe Pferd haben werden, da die dort mit übernachten in einem Paddock, sollten wir angeben, welches der vorher gerittenen Pferde wir wollen.
Ich hatte Mon Chic angegeben, doch die soll nicht mit. So bekomme ich den mir bis dahin noch unbekannten, aber hübschen Highlander. Auch mit ihm klappt es gut. Wir reiten zu dem Camp, unser Gepäck wird hingebracht. Die komfortablen Zelte mit Bad sind wunderschön, dazu ein Gemeinschaftszelt und auch ein Küchenzelt. Auch einen Pool gibt es.
 
Morgens werden wir von den Mitarbeitern geweckt und bekommen einen "Morning Coffee" auf die Terrasse gestellt. Auch hier reiten wir morgens und nachmittags, bekommen Früstück, mittags-Snack und Drei-Gänge-Dinner. Wir geniessen das Jenseits von Afrika Gefühl, einige gönnen sich in einer Mittagspause eine Massage auf einer Liege auf der Plattform mit Blick über den Busch. Aus dem Lagerfeuer-Abend wird leider nichts, da ein Unwetter aufkommt. Mit Blitz, Donner und Hagel. Beeindruckend und auch ein wenig beängstigend. Leider steht auch unser Zelt danach etwas unter Wasser.
Am letzten Tag reiten wir vom Camp zurück zur Ranch. Es gibt ein letztes Mittag, dann fahren wir ab. Der Abschied fällt schwer, noch eine Jacke oder Bluse mit dem Logo als Souvenir gekauft, etwas Chaos beim Bezahlen, da dank Unwetter kein Strom da ist. Der Abschied fällt schwer, von Pferden, Hunden und Menschen.

Fazit:
Eine wundervolle Reitwoche mit tollen Pferden und Menschen mit einer guten Prise Luxus und Verwöhnprogramm. Auch Afrika-Feeling pur inklusive. Allerdings kein "Abenteuer" für den, der solches sucht. Ich bin ja auch immer für Abenteuer und back to basic. Aber auf Horizon habe ich es mir einfach mal gut gehen lassen.
Gebucht haben wir über Pegasus Reiterreisen

1 Kommentar:

  1. Liebe Uta!
    Deinen Reiseblog habe ich irgendwie gefunden und war echt froh, einen objektiven Eindruck zu bekommen. Denn schließlich hat Horizon viele Awards gewonnen. Ich war im April 2019 für 1 Woche auf Horizon. Vieles aus Deinem Bericht kann ich bestätigen – es war echt genau so!

    Aufgrund Deines Hinweises zum Ausflug Entabeni habe ich mir diese Safari geschenkt. Zum Glück! Ein paar der Gäste haben den Ausflug mitgemacht und waren am Abend mehr als platt.

    Wenn Du von Luxus auf der Farm sprichst, ist das sicherlich Ansichtssache. Also, in meiner wirklich großzügigen Lodge funktionierte das Wasser häufig nicht so fließend, wie ich es erwarten würde. Das extrem harte Bett führte zu einer Nerven-Geschichte im Rücken, die ich dank Lydias Massage irgendwann in den Griff bekam. Und wo wir schon bei Unpässlichkeiten sind: Ich wurde von dem Afrikanischen Zeckenbissfieber (Tik bet fever) heimgesucht. Zum Glück erst bei meiner Rückkehr, dennoch war ich fast 3 Wochen lang krank. Was diese Infektion überhaupt bedeutet, fand ich auf Wikipedia.

    Ich war allerdings vorgewarnt, weil die einzige deutsche Mitreiterin bereits vor Ort gleiche Symptome hatte. Seitens der Farm-Mitarbeiterin wurde darauf sehr schnell reagiert und eine Fahrt zum Arzt organisiert. Ihr fiel es allerdings erst auf, als ihr Gast am 3. Tag in dicker Jacke und offensichtlich frierend am Tisch saß. Fazit: Dieses ewige „How are you“ darf man nicht unbedingt wörtlich nehmen. Wenn sich mittags alle Farmleute am Tisch versammeln, muss das nicht bedeuten, dass sie ein offenes Ohr haben für Fragen der Gäste. Ich fühlte mich jedenfalls nicht animiert, meine Fragen in der Mittagspause loszuwerden. Und nach der Pause war niemand mehr zu sehen. Da fühlt man sich dann schnell als der Ausländer auf einer Hotelanlage, der ja nur ein paar Tage da ist.

    Beeindruckend war das kompetente Guiding der Schwarzen aus Simbabwe. Ihre Umsicht empfand ich im Gegensatz zu den englischen Mädels als sehr beruhigend und wegweisend. So wünscht man sich die Ausritte in den afrikanischen Busch. Draußen im Camp wurde uns am Lagerfeuer eine unvergessliche Romantik beschert. Mit Sternenhimmel und guten Gesprächen. Im Vorfeld war allerdings völlig unklar, wann diese (gebuchte) Camp-Übernachtung überhaupt stattfinden sollte. Wir fühlten uns total uninformiert.

    Zum Thema Flusspferd im hauseigenen See scheint mir die Gefährlichkeit viel zu wenig vermittelt zu werden. Allein sein häufig genannter Name „Motomoto“ macht das Tier zu einem gewissen „Farm-Mitglied“. Oha! Da sollte seitens Kristy und Paula mal dringend vorgesorgt werden. Olivia schimpfte mit mir, weil ich an den Strand gegangen war, während das Nilpferd in der Mitte des Sees lag. Mir war jedenfalls die Gefährlichkeit nicht bewusst gewesen, zumal einer der Farmmitarbeiter mit den englischen Gästen arglos am Strand geangelt hatte, während das Flusspferd im See war. Noch heute kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Mit den Pferden baden war nur möglich, als Motomoto nicht im See lag.

    Beeindruckt hat mich die exzellente Küche, sowohl mittags als auch abends. Anfangs gab es auch Vegetarisches, dann plötzlich nicht mehr. Hätten wir nachfragen sollen? Ich weiß es nicht.

    Über meine schriftliche Einschätzung zu diesem Reiturlaub habe ich lange nachgedacht. Meine Eindrücke sind sicher nicht allgemein gültig. Ich hoffe, mein Kommentar ist hilfreich für alle, die so eine weite Reise buchen und unsicher sind, ob dieses Ziel tatsächlich geeignet ist.
    Erste Frage: Wie war’s? Antwort: Gut. Wir waren wie versprochen nah dran an den Zebras, Giraffen und Kudus.
    Die wichtigste Frage: Wiederkommen? Antwort: Eher nicht.

    Freundliche Grüße
    Helga

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