Mittwoch, 27. Mai 2015

Gruppen-Rundreise in Namibia - ganz ohne Hummeldumm

Sossuvlei
Nachdem ich schon mein Trail-Tagebuch hier veröffentlicht habe, nun auch noch das Tagebuch über meine einwöchige Gruppen-Safari durch Namibia Ende August 2013. Diesen Bericht habe ich schon im Namibia Forum veröffentlicht - eine Community. die ich allen nur wärmstens empfehlen kann, die ins südliche Afrika wollen. Viele Berichte, Tipps, Hilfe bei der Routenplanung. Nun aber zu meiner "Hummeldumm"-Reise...viel zu lesen, aber vielleicht mögt ihr es ja. Stationen sind Windhoek, Naa'nkuse, Etosha, Fahrt zur Küste mit Himba- und Herero-Begegnungen, Swakopmund, Solitaire, Sandboarding, Sossusvlei und eine Geparden-Farm.

1. Prolog

Allein nach Afrika - warum denn das?


Reisefreudig war ich schon immer. Da ich Single bin, steht schon mal kein Partner zur Verfügung, der mitkommt. Nicht weiter schlimm, doch für die Idee von Afrika konnte ich auch niemanden meiner Freunde und Bekannten begeistern. Zu weit, zu teuer, zu heiß. Und warum ich dahin wollte? Keine Ahnung, vielleicht habe ich als Kind zuviel "Serengeti darf nicht sterben" gesehen. Jedenfalls habe ich Dokus über Afrika immer verschlungen, und immer gesagt: ich fahr da mal hin. Dank festem Job ist es in den letzten Jahren möglich gewesen, mir einige Reiseträume zu erfüllen. Und nachdem ich allein nach Island gefahren bin, war klar: Dann fahre ich eben auch allein nach Afrika. Warum niemand mitkommen wollte, hatte aber noch einen speziellen Grund: Als begeisterte Reiterin verknüpfe ich Reisen gern mit Pferden. Und schwupps, war klar: Ich will Giraffen sehen - vom Pferderücken aus. Bei einem auf Reiterreisen spezialisierten Veranstalter habe ich dann einen Trail-Ritt in Namibia gefunden. Eine Reit-Safari in Botswana ist leider unerschwinglich. Und nachdem ich mich dafür entschieden hatte, war klar: Wenn ich schon da runterfliege (und das ist ja auch nicht gerade günstig), will ich noch mehr sehen. So begann meine Zeit im Internet, wo ich mich informierte, mir schließlich einen Safari-Anbieter suchte, der das im Programm hatte was ich unbedingt noch sehen wollte und dessen Termine zeitlich zum Ritt passten. Gar nicht so leicht, denn Namibia ist ein Selbstfahrer-Land - oder es sind Pauschalrundreisen. Der Flug - ein (teurer) Direktflug mit Air-Namibia, 10 Stunden, keine Zeitverschiebung, war auch fix gebucht - und im Januar 2013 war "meine" persönliche Afrika-Traumreise fix und fertig gebucht. Mir blieb nur noch ganz viel Zeit der Vorfreude, mehr als genug Zeit, mir über Ausrüstung und Klamotten Gedanken zu machen und Dinge zu besorgen. Ach ja, und dann gab es einen Schock-Moment: Air Namibia war plötzlich in den "Schlagzeilen". Flüge wurden gestrichen, die Auslieferung neuer Maschinen verzögerte sich, Zwischenlandungen in Angola (wo ich nicht hin wollte), eingelegt. Ich geriet in Panik, recherchierte stundenlang nach den neuesten Infos. Irgendwann dachte ich dann "ok, du fliegst erst Ende August. Bis dahin..." Und ja, bis dahin hatte sich alles normalisiert. Da ich leider auch unter Flugangst leide, war ich ganz froh, dass es noch die alten Maschinen war, weil - so meine Logik - die Piloten diese Dinger wenigsten gut kennen und nicht mit neuer Technik konfrontiert sind (der Absturz in San Francisco kurz vorher war da nämlich noch sehr präsent bei mir).
Anreise

Am morgen um 10 Uhr geht es los, per Bahn von Norddeutschland zum Frankfurter Flughafen. Ich schwitze in der Jeans und der Fleecejacke, die nicht in den Koffer sollten. An dem geht prompt auf dem Weg zum Bahnhof eine der vier Rollen kaputt, so dass ich ihn künftig immer anheben und auf den hinteren Rollen ziehen muss. Uff. Die Bahnfahrt verläuft ohne Probleme, und mit reichlich Zeitpuffer komme ich am Flughafen an. Der Check-in-Schalter ist noch nicht mal offen. Ich bin völlig fertig, habe das Gefühl einen Infekt auszubrüten. Letztlich war es dann doch nur das Reisefieber, denn kaum bin ich da, ist das rumkränkeln wie weggeblasen. Nach dem Einchecken stärke ich mich noch mal beim goldenen M, dann warte ich am Gate. Draußen ist es nun auch trübe. Ich habe einen 2erPlatz für mich allein, so merkt auch niemand, wie ich beim Start die Lehnen umkralle. Meine Reiselust passt leider gar nicht zu meiner Flugangst... Dann gibt es Essen, und danach rolle ich mich irgendwie auf den zwei Sitzen zusammen, um etwas zu schlafen. Etwas neidisch bin ich auf die Reisenden, die geistesgegenwärtig die leeren Vierer-Reihen okkupiert haben und sich dort lang hinlegen. Irgendwann nachts rüttelt es mal etwas, aber ich schlafe doch ein wenig. Nach dem Frühstück beginnt der Landeanflug. Es ist dunkel draußen, und ich stelle fest: Da unten ist offenbar nichts. Keine Lichter zu sehen. Nur ein paar entdecke ich, vereinzelt. Die Vorfreude steigt: Die Weite des Landes offenbart sich in diesem dunklen Nichts.
1. Tag, Windhoek

Es ist frisch, als wir übers Rollfeld laufen. Die Koffer kommen auch rasch. Die Einreise-Beamtin stempelt mich zack zack ab. Kaum durch die Tür durch, entdecke ich einen Herrn, der ein Schild mit meinem Namen hochhält. Der Fahrer, den ich übers Hostel gebucht hat, und der mich vom Flughafen zur Unterkunft bringen soll. Ich folge ihm zu einem etwas ramponiert aussehenden Auto. Kaum sitze ich drin, verschwindet er, angeblich um Parkticket zu zahlen. Erst 15 min später kommt er zurück, mit einem jungen Franzosen im Schlepptau, der offenbar mit zum Hostel soll. Dann fahren wir los. Ich genieße jeden Augenblick, und sage mir immer wieder "du bist da, du bist in Afrika". Die weite Landschaft, die ersten Paviane...um kurz vor sieben sind wir am Chameleon Hostel. Der Fahrer lässt uns rein, ich registriere die vergitterte Pforte und den hohen Zaun. Das gehört eben dazu. Leider ist die Rezeption noch nicht besetzt, und frierend und übermüdet sitze ich etwa 45 min in der Lobby und warte. Dann checke ich ein und werde sehr freundlich begrüßt. Mein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad ist schon frei. Es ist ein eher dunkles Loch mit einem Waschbecken in einem Gang. Egal, es ist sauber, Handtücher liegen bereit. Die ganze Anlage wirkt gepflegt, es gibt auch Zimmer mit höherem Standard und En-Suite-Bad. Die Duschen und Toiletten nebenan sind neu gestaltet mit Steinen und Metalltüren, alles ok. Ich hatte bei diesem Preis (23Euro) wirklich mit dem schlimmsten gerechnet. In der offenen Küche gibt es Frühstück für alle. Ich mache mir einen Instant-Kaffee, esse Cereals mit Quark und Toast, beobachte die anderen Gäste. Wie zu erwarten, junge Backpacker. Aber ich fühle mich wohl und jung genug. Der einzige Unterschied: Backpacker von heute reisen offenbar alle mit Laptop. Ich habe keinen dabei. Es gibt W-Lan, doch ich lasse mein Smartphone stecken und falle erstmal zwei Stunden ins Bett. Nach einer erfrischenden Dusche frage ich an der Rezeption nach, was mit meiner City-Tour ist, die ich gebucht hatte. Es herrscht Verwirrung, dann kommt raus, dass sie nicht stattfindet, da ich die einzige bin, die eine machen wollte. Bin etwas enttäuscht. Zurück im Zimmer, scrolle ich auf dem Smartphone durch meine Mails und finde eine Nachricht von Touranbieter Carsten Möhle (www.bwana.de), den ich im Zuge der Vorbereitungen auch mal kontaktiert hatte. Ich rufe an und frage, ob es heute noch eine Tour gibt. Carsten persönlich ist dran und ja, es gibt eine Tour, mit drei anderen Leuten, ich kann gern mitkommen. Ich soll um 15 Uhr abgeholt werden. Bis dahin ist noch etwas Zeit, und ich beschließe, in die Stadt zu gehen. Ich frage an der Rezeption nach dem nächsten Supermarkt, mir wird der Weg zum Wernhill Park erklärt - eigentlich nur die Haupstraße runter. Auf meine Frage hin, ob es sicher ist, wird mir geraten, keine Tasche mitzunehmen. Mit etwas Geld in der Hosentasche laufe ich also los. Das ständige Angehupe durch die Taxis ignoriere ich. Da ich auf der falschen Straßenseite bin, verfehle ich den Eingang zur Mall und frage schließlich jemanden. Der junge Mann im Anzug begleitet mich bis zum Pick'n Pay in der Mall, fragt nach meinen Plänen und will schließlich meine Nummer haben. ooops. Ich lächle ihn an und sage dass mein Handy hier nicht funktioniert. Er notiert mir seine Nummer und seinen Namen, falls ich "lost in Windhoek" wäre. Danach kaufe ich ein bisschen Obst, was zu trinken und Instant-Nudeln sowie ein paar Snacks. Über die Post Street laufe ich zurück. Da Sonntag ist, ist nicht viel los. Zurück im Hostel, verspeise ich zum Mittag den Fertig-Salat und den Bagel. Wenig später werde ich abgeholt. Carsten steht mit dem offenen Landrover vor der Tür. Eine Frau sitzt schon drin. Wir brausen durch halb Windhoek und holen noch ein Pärchen ab. Dann geht es los. Am klotzigen Präsidenten-Palast vorbei auf einen Hügel mit tollem Blick über die Stadt. Der Landi rumpelt über die mehr als holprige Piste, ein Heidenspaß. Danach geht es durch die City, vorbei an der Alten Feste, der Christuskirche und der "Kaffeemaschine", dem neuen Unabhängigkeitsgebäude. Carsten erklärt viel und lebhaft, wir lachen viel.Nach einem weiteren Stopp auf einem Hügel, wo Carsten uns die Aloe-Pflanzen zeigt, düsen wir Richtung Katutura. War es in der City heute ruhig, ist es hier sehr lebendig. Das scheint das wahre Windhoek zu sein, wo die Menschen eben leben. Wir wundern uns über die genaue Verteilung der Branchen - eine Straße voll mit Bars, eine mit Friseuren, die andere mit Auto-Werkstätten und Car-Washs - und die lange Hans-Dietrich-Genscher-Straße. Carsten hält natürlich an dem Schild, auf dem das "s" in Genscher fehlt. Danach geht es über eine Schotterpiste auf den Gorengeab-Dam, wo wir den wunderschönen Sonnenuntergang erleben, mein erster in Afrika. Ich strahle vor mich hin und bin schon überwältigt von den Eindrücken. Plötzlich kommt über die Schotterpiste eine Horde barfüßiger Kinder angerannt. Keine Frage, sie wollen zu uns. Die Kids entern den Landrover und dürfen mit zurück nach Katutura fahren. Ihre "more speed" Rufe, gemischt mit ihrer Klicksprache, das Gewusel im fahrenden Auto, ihr Lachen: Die Kleinen werden zu meinem persönlichen Highlight der Tour. An den Hütten lassen wir sie raus, und in der Dämmerung düsen wir zurück nach Windhoek. Carsten bringt mich zum Hostel. ich bereite mir in der Küche die Fertig-Pasta zu, komme am Tisch mit amerikanischen Studenten ins Gespräch, die hier Forschungsarbeiten machen oder auf Rundreise sind. Ich spüle noch ab und falle ins Bett. Trotz Musik und Gelächter, die von der Bar zu hören sind, schlafe ich rasch ein. 

 
2. Tag Windhoek, Naa'nkuse
Ich wache schon um 6 auf. Draußen ist schon was los. Bis 7 wälze ich mich noch im Bett rum. Ist ja Urlaub, aber ich weiß, dass auch der Rest der Reise von frühem Aufstehen geprägt sein wird. So ist das eben in Namibia.  Nehme mir wieder was vom Frühstücksbuffett. Die Auswahl ist natürlich minimal, aber für ein Hostel finde ich es absolut toll, dass es überhaupt was gibt. Ich setze mich etwas an den winzigen Pool, schreibe Tagebuch und hole dann meine Sachen aus dem Zimmer. Denn ab heute beginnt die Safari, und da muss ich, obwohl es heute nur einen Tagesausflug gibt, noch mal das Zimmer wechseln. Das Safari-Paket beinhaltet wohl eine etwas bessere Kategorie. Ich habe die 7-Days-Namibian-Highlights Tour gebucht und auch angegeben, dass ich mir das DZ mit jemand teilen würde, um Kosten zu sparen. Keine Ahnung, ob das eine gute Idee war. Die Safari wird auch von Chamäleon durchgeführt, daher hatte ich auch das Hostel als Ankunftsübernachtung gewählt. Die Touren gibt es als Camping-Touren (noch günstiger) und mit Unterkünften. Es heißt viel Namibia für wenig Geld. Da es mir wichtiger war, bestimmte Dinge zu sehen als tolle Unterkünfte zu haben, hatte ich die Tour gebucht. In der Hoffnung, dass ich auch auf nette Leute treffe. Denn immerhin habe auch ich bei Bekanntgabe meiner Reisepläne prompt das "Hummeldumm" Buch geschenkt bekommen. Jaja, die Gruppendynamik...da ich mich aber für anpassungsfähig halte (und mir mein Handyempfang seit gestern auch völlig schnuppe ist) hoffe ich mal das Beste....
Ich lasse den Koffer und Rucksack in der Lobby und gehe dann ins Safari-Büro. um mit Selma, mit der ich mir im Vorfeld auch gemailt hatte, die Formalien zu klären. Ich muss noch so einen Wisch unterschreiben, dass ich auf eigene Verantwortung mitfahre, werde noch mal gefragt ob ich besondere Bedürfnisse habe (nein - ich nicht, aber der Rest der Gruppe...dazu später mehr) Ich zahle 11500 Dollar - da ist alles inklusive bis auf Getränke. Ein fairer Preis für die Tour, auch im Nachhinein.  Dann mit Robin, einem der Amis von gestern, noch mal zu Fuß zur Mall. Noch mal Wasser, Snack etc. Robin sucht noch eine Plastik-Reißverschluss-Tasche, die wir dann außerhalb in einem Krusch-Laden bei einem Inder (?) finden. Zurück ins Hostel. Kann nun mein neues Zimmer beziehen. "Kudu" ist groß und geräumig, mit Bad und Dusche im Raum. Heute Nacht bin ich noch allein, da andere nur 6 Tage gebucht haben ohne den heutigen Ausflug, so dass ich erst morgen erfahre, ob und mit wem ich mir dann die Zimmer teile.Dann esse ich wieder einen Salat und einen Bagel, diesmal garniert mit leckerem Frischkäse. Dann ist es schon so weit, wir treffen uns zur "Big Cat Experience", ein Ausflug zur Naa'nkuse Foundation. Ich weiß, dass ist mehr Zoo als Safari. Trotzdem freue ich mich, gehe ja auch zu Hause gern mal in den Wildpark. Und hier passt immerhin auch die Umgebung zum Tier. Wir, das sind außer mir noch Melissa, eine Australierin, etwas älter als ich, zwei Freundinnen aus den USA, Poonam und Christina, etwa Mitte zwanzig, und Devyn, ebenfalls Amerikaner und etwas jünger als ich. Ich überlege noch, ob Melissa nicht doch meine Zimmerpartnerin sein könnte, aber sie hat EZ gebucht. Mit einem kleinen Bus geht es dann nach Naa'nkuse. Erst Richtung Flughafen, dann links auf (meine erste) Schotterpiste nach Naa'nkuse. Die Lobby dort in ihrer modernen Stein-Holz Optik ist schon beeindruckend, und ein großes Foto weist darauf hin, dass auch Brad Pitt und Angelina Jolie samt Kids schon hier waren. Wir müssen noch eine Weile warten und dürfen uns an der Tee/Kaffee-Bar bedienen. Dann geht es, zusammen mit einem Haufen anderer Gäste, auf zwei offene Safari-Wagen. Ich muss grinsen, endlich sitze ich in so einem Ding (siehe auch Foto im Prolog). Dann geht es los durchs Gelände zur Fütterungstour. Erste Station ist bei "Lucky", einer dreibeinigen Gepardin, die aufgrund ihrer Behinderung nicht ausgewildert und wohl auch nicht vergesellschaftet werden kann. Für ein Stück Fleisch kommt sie herbei und lässt sich auch nett fotografieren. Ich finde diese Katzen faszinierend, doch Luckys Humpeln versetzt mir einen Stich. Der zweite Stopp ist am Pavian-Gehege. Sieht aus wie ein etwas runtergekommener Spielplatz. Volunteers laufen rund um den Zaun und werfen Futter-Körner rüber. Dann geht es zu Fuß weiter zu den Karakalen - und wir dürfen mit ins Gehege! Ich bin begeistert. Zwar laufen die beiden Jungs teilweise etwas hospitalistisch am Zaun entlang, aber sie umrunden auch unsere Gruppe, streichen wie jede Katze um unsere Beine und lassen sich streicheln. Vor lauter Kontaktaufnahme verpeile ich es, mal richtig schöne Fotos von den Tieren zu machen. Die eher unbekannten Karakale fand ich schon immer sehr faszinierend, und ihnen hier so nahe zu kommen ist toll. Danach geht es mit den Wagen weiter zu dem Wildhunde-Rudel. Für mich als Fan von "Hundkatzemaus", der Tiersendung auf Vox, quasi alte Bekannte. Dr. Wolf lässt grüßen. Den Bericht darüber hatte ich gebannt angeschaut, und nun die Tiere zu sehen, die ich nur aus dem TV kannte, ist toll. Zwei Mitarbeiter werfen von einer erhöhten Plattform ein komplettes totes Warzenschwein ins Gehege, auf das sich das Rudel stürzt. Ihr typischen Winseln und Quietschen zu hören, begeistert mich. Innerhalb kürzester Zeit ist das Schwein an der Bauchseite blutig offen und ausgeweidet. Ich frage mich, wie die Kiddies der mitfahrenden Familie das wohl finden?! Ich jedenfalls freue mich, diese Tiere live zu sehen.Weiter geht es zum Leopardengehege. Ein Männchen und ein Weibchen warten auf das Abendessen. Es ist zwar ein Gehege und eine Art Vorführung, aber es ist trotzdem schön, diese Tiere in ihrer quasi natürlichen Umgebung zu sehen, ganz dicht hinter den Maschen des Zauns. Sie sind größer als ich dachte, im heimischen Zoo, wo sie meist eh regungslos irgendwo oben liegen, war mir das nie so bewusst. Und dann das laute Schnurren und dunkle Fauchen, als das Fleisch nicht schnell genug geflogen kommt... Zum Abschluss geht es zu den Löwen, klar, das Highlight der "Show". Ich finde sie zwar auch beeindruckend, aber ich war ja nach Karakalen und Wildhunden schon happy. Clarence, das Männchen, hebt zu einem gewaltigen Sprung 2m vor mir ab um das geworfene Stück Fleisch in der Luft zu fangen. Wooaaah! Sieht zwar nach einstudiertem Kunststück aus, aber eigentlich könnte er ja auch, wie die beiden Damen, warten, bis es vor seiner Nase im Sand landet.Im Sonnenuntergang geht es zurück zum Hauptgebäude, wo Philipp, unser Fahrer, schon wartet. Schnell geht es zurück nach Windhoek ins Hostel. Mache mir ein dick belegtes Sandwich und einen Tee, quatsche noch ein bisschen mit den anderen von Gästen. Ich bin hundemüde und gehe um ca. 21 Uhr ins sehr gemütliche Bett.
Karakal streicheln
Auf in den Busch
Wildhunde
 

3. Tag, Fahrt nach Etosha, Halali
Stehe um 6 Uhr auf, gehe duschen und dann zum Frühstück. Habe noch einen Trinkjoghurt im Kühlschrank, der das Ganze etwas aufpeppt. Meine übrig gebliebenen Lebensmittel wandern in die „Free Food“ Box, aus der sich andere Reisende bedienen können. Ich habe umgepackt, da auf die Safari keine Riesen-Koffer mitdürfen. Hatte eine faltbare Reisetasche mitgenommen, da sind nun die Klamotten drin für die kommende Woche. Der immer noch volle Koffer mit meinem ganzen Reitzeug, Schlafsack etc. bleibt im Hostel zurück, es gibt einen abschließbaren Gepäckraum. Mit der Tasche warte ich auf dem Parkplatz. Nach und nach trudeln alle ein, die vier von gestern, dann kommt noch eine Kanadierin dazu und zwei junge deutsche Mädels, erst Anfang 20. Die Chefin stellt uns Francois vor. Er wird in den kommenden Tagen Fahrer, Guide und Koch sein. Er ist 25 und Damara, d.h. er spricht auch die Klicksprache. Zudem ein super Englisch, und langsam bin auch ich wieder in der Sprache drin. Selbst wir drei Deutschen sprechen uns irgendwann immer auf Englisch an, zumindest wenn andere daneben stehen. So bekomme ich noch eine Sprachreise obendrauf. Unser Gefährt ist „Pumba“ ein Overland-Bus, mit hochklappbarem Dach, hinten einem großen Gepäckraum, wo die Taschen reinkommen und auch eine Riesen-Kühlbox und weitere Lebensmittel lagern und vielen weiteren Fächern, aus denen nach und nach Tische, Stühle, Boxen mit Geschirr, Töpfe und Pfannen auftauchen werden. Innen sind 12 Plätze, da wir ja nur 8 sind verteilt es sich gut, auch Rucksäcke finden noch Platz. Große Fenster, auch vorn raus, bieten Aussicht. Francois erklärt, dass wir jeden Tag Plätze mal tauschen sollen, was wir auch tun werden, und dass wir ohne Schuhe auch auf den Sitzen stehen dürfen um oben aus dem Dach zu fotografieren. Tja und dann guckt er treuherzig aber verzweifelt in die Runde und fragt, ob es wahr ist, dass 6 von uns Vegetarier sind. Ja, stimmt wohl. Nur der Amerikaner (übrigens auch der einzige Kerl in der Gäste-Runde), ich und Francois selbst sind Fleischesser. Ich muss wohl auch etwas entsetzt geguckt haben, denn Francois versichert schnell, dass es für uns Fleisch geben wird. Ich hatte mich doch auch schon so auf lecker gegrilltes Wild aller Art gefreut…. Zudem hat die Australierin wohl eine Gluten-Allergie. Der Koch-Job wird also nicht leicht – und, um es vorweg zu nehmen, zumindest die Allergikerin war auch nicht zufrieden. Sie sei „am Verhungern“ gewesen. Nun ja. Sie hatte ihr Bedürfnisse wohl rechtzeitig mitgeteilt, doch so richtig umgesetzt habe man es nicht. Sie hat allerdings auch nicht die Chance genutzt, selbst einkaufen zu gehen, nachdem klar war, dass es nicht funktioniert. Das hätte ich einfach getan und dann evtl. Geld zurück gefordert. Ich jedenfalls kann nur sagen: Es war immer sehr lecker und reichlich. Sicher kein 5-Sterne, eher einfach, aber gut. Wir fahren dann B1 gen Norden, immer geradeaus. Ich freue mich über jedes Warzenschwein an der Straße, ein paar Paviane klettern über einen Zaun, dann stehen pittoreske Termitenhügel in der Gegend rum. In Otjiwarongo halten wir an der Tankstelle, alle Mann bzw. Damen auf Toilette, etwas Schoki kaufen im Job. Nebenan wird Biltong am Straßenrand verkauft… bergeweise. Dann noch mal 2 Stunden Fahrt. Es gibt eine Lunchbox für jeden, die wir während der Fahrt verspeisen. Ein Couscous-Salat mit Paprika, gekochtes Ei, ein belegtes Brötchen, dann noch ein Schokoriegel. Um ca. 15 Uhr kommen wir am Anderson-Gate an und fahren in den Etosha-Park rein. Den Weg zum Camp Halali nutzen wir für einen ersten Game-Drive. Also Dach aufklappen, los geht’s.Landschaftlich bin ich ja eher etwas enttäuscht. Die kleinen Büsche mit dem braunen Laub erinnern an deutschen Herbst, der grau-weiße Staub, der alles bedeckt, lässt es seltsam farblos wirken. Im Laufe der Tage sehen wir durchaus Unterschiede in der Vegetation und malerische Wasserlöcher, aber ohne Tiere wäre das hier doch etwas öde. Die Tiere lassen sich auch erstmal nicht blicken, aber Francois entdeckt – während des Fahrens, und das ziemlich flott – auch Vögel am Wegesrand und erklärt und erklärt. Dann endlich taucht ein Oryx auf. Namibias Nationaltier, endlich. Die großen Tiere mit den imposanten Hörnern mag ich jetzt schon. Auch Springböcke tauchen auf, an einem Wasserloch ein einsamer Elefant, der aber offenbar gerade mit seiner Dusche fertig ist. An einer Art Kreuzung ohne Büsche, in einer Art Pfanne (sorry, die genauen Ortsangaben fehlen mir total, das kommt davon wenn man nicht selbst fährt) ziehen dann plötzlich Springböcke, Zebras und Giraffen umher. Letztere sind ja meine Favoriten, und damit hat sich die Fahrt in den Etosha für mich schon gelohnt.Dann muss Francois aber Gas geben, die Sonne sinkt. Und Melissa will unbedingt zum Untergang im Camp sein. Ich verstehe zwar nicht so ganz warum (gibt es da einen Sundowner-Hügel), aber unser Strahlemann gibt sich Mühe. Doch kurz vor Halali stoppt er dann doch noch mal. Und wir bekommen einen ganz besonderen Sonneuntergangs-Happen: Ein junger Elefantenbulle steht malerisch im staubig diesigen Abendlicht. Wir knipsen.Hinter uns ist ein weiterer Bus von Chamäleon-Safaris (der, wie könnte es anders sein, Timon heißt). Dieser wird uns auch noch bis Swakopmund folgen, so dass immer mal wieder gleich zwei Gruppen irgendwo einfallen. Gemeinsam fahren wir ins Camp. Francois verteilt die Schlüssel. Als er die Namen vorliest, fällt es mir wieder ein: Ich wollte mir ja das Zimmer teilen…Da kommt es auch schon „Room 36, Natasha und Uta“. Wir steigen aus, ich grinse Natasha an und frage, ob es ok ist, mit mir das Zimmer zu teilen. Die Kanadierin lacht und sagt, ich sähe ja zumindest normal aus… Wie sich herausstellen wird, kommen wir sehr gut miteinander klar. Sehr viel Zeit verbringen wir ja auch nicht in den Unterkünften. Die Zimmer in den flachen Häusern sind geräumig und besser, als ich dachte. Ich hatte meine Erwartungen offenbar ein bisschen sehr nach unten geschraubt. Wir schieben die beiden zum Doppelbett gestellten Betten etwas auseinander und gehen nacheinander duschen. Dann zum überdachten Picknickplatz an der Campsite. Die beiden Busse schirmen uns ab. Die andere Gruppe ist schon etwas weiter mit den Vorbereitungen fürs Abendessen. Wir helfen Francois noch schnell, den Tisch zu decken, zwar mit Plastik-Camping-Geschirr, aber mit Tischdecke. Ein mobiles Waschbecken daneben steht bereit, jeder, der was mit Essen zu tun hat, wird von ihm erstmal zum Händewaschen geschickt. Dann gehen Natasha, Melissa und ich aber noch zum beleuchteten Wasserloch. Zwei Nashörner sind da. Leider schaffe ich es nicht, sie richtig zu fotografieren. Dann zum Essen. Devyn, Francois und ich bekommen lecker Fleisch vom Grill, Boerwurst, dazu ein Maisbrei mit Gemüse-Sauce, 1 in Alufolie gegarter Kürbis (Butternut?) und dazu Blattsalat mit Tomaten und Gurken. Danach wäscht jeder sein Geschirr in einer Plastikwanne am Nebentisch. Dies ist die geforderte „Selbstbeteiligung“ während der Safari. Wir laufen noch mal zum Wasserloch. Es ist ein Nashorn mit Nachwuchs da, und ein Leopard schleicht am Rand herum, ist aber nur schwer zu sehen. Er trinkt an der Seite am Zulauf. Es ist relativ voll am Ausguck, aber einigermaßen leise. Nur Neuankömmlinge kommen den Weg heran und unterhalten sich dabei, verstummen dann aber auch. Natasha hat mir ein Bier aus ihrem Vorrat abgegeben, welches ich austrinke. Müde laufen wir im Dunkeln zurück zum Zimmer und fallen ins Bett.
 
 
 
 
 
 

4. Tag, Etosha, Etosha Village Lodge
Der Wecker klingelt um 5.35. Nach einer Katzenwäsche treffen wir uns alle um 6 am Bus, zum frühmorgendlichen Game-Drive vorm Frühstück. Wir sehen aber nur eine Hyäne aus einiger Entfernung und ein paar Giraffen. Francois fährt mehrere Wasserlöcher an, aber sie sind alle leer. Als wir auf dem Rückweg sind, huscht etwa 200m vor uns etwas über die Straße. Ein Leopard! Es reicht aber nur für ein verschwommenes Bild im Gebüsch. Zurück im Camp, gehen wir zum Frühstück ins Restaurant. Das Büfett ist gut bestückt, ich lasse mir zudem ein frisches Omelett zubereiten mit Schinken, Salami, Paprika und Tomaten drin. Dann holen wir unser Gepäck aus dem Zimmer und bringen es zum Bus. Um 10 Uhr starten wir. Wir sehen viele Zebras und Antilopen. Dann fahren wir raus zum Look-Out in der Etosha Pfanne. Das ist mal viel Nichts. Wir probieren verschieden Fotos aus, unter anderem ein Jumping-Group Picture. Francois bekommt von jedem von uns eine Kamera und wir hüpfen somit acht Mal in die Höhe – Sporteinlage. Leider ist auf meinem Bild vom Sprung nichts zu sehen, wir holen alle gerade erst Schwung. Aber die Gruppendynamik ist danach einfach super. Wir lachen über uns selber, alle machen mit.Dann geht es noch einmal ins Camp, wo wir den Lunch einnehmen. Einige freche Vögel, Glanzstare und auch ein Rotschnabel-Toko, versuchen, etwas zu stibitzen. Es gibt Salat, dazu Reissalat mit Thunfisch, Brot mit Wurst bzw. Käse. Wir spülen. Während Francois den Truck startklar macht, haben wir frei. Wir gehen zum Pool, wo wir die Füße reinhängen. Im Shop erstehe ich ein paar Postkarten, Wasser und gönne mir ein Wassereis. Dann fahren wir los. Erst sehen wir nicht viel, an einem Wasserloch dann aber eine Herde Elefanten, Zebras und eine trinkende Giraffe. An einem anderen stehen mehrer Antilopenarten, die nach und nach zum Trinken kommen, u.a. Kudus. Ich bitte Francois zu warten, bis auch die Kudus ans Wasser kommen. Francois spornt die Tiere an, als wären es Models: "Come on Baby, hold that pose, give me some more drama, beautiful"...usw. Das tut er zwar, doch dann drängt er zum Aufbruch. Wir wollen doch Löwen sehen, fragt er. Alle wollen, ich frage mich ob und woher er weiß wo wirklich welche sind. Dann düst er los, fast eine Stunde durch den Park. Dabei hält er sich glaube ich nicht an Geschwindigkeits-Regeln. Jedenfalls rumpelt es so arg, dass auch unser offenes Dach mit einem lauten Knall zufliegt. Ich frage mich, ob die oder der Löwe wirklich dort sind, wo wir hinwollen - und auf uns warten. Am Olifantsbad halten wir, und mit uns ca. 10 andere Autos. Was ein Auflauf. Am Wasser ist aber auch einiges los, eine Herde Elefanten planscht rum.Während wir fotografieren, starrt Francois durchs Fernglas und fragt dann, ob wir „ihn“ sehen. Teleobjektive werden ausgefahren, ich hole mein kleines Fernglas raus. Unter irgendeinem Baum…ich sehe erst nichts, bis ich den richtigen Baum im Visier habe. Tatsache, dort liegt ein Löwe, aber mit dem Rücken zu uns und sehr weit weg. Wir sollen uns setzen, Francois parkt um. Wieder aufstehen, tatsächlich sieht man ihn etwas besser, aber immer noch weit weg. Hm. Dafür kommt die Elefantenherde in Bewegung, geht vom Wasserloch weg, zieht auf ihrem Pfad am Löwen vorbei. Nur ein imposanter Bulle bleibt am Wasser zurück. Und dann hebt der Löwe plötzlich den Kopf und steht auf. Er läuft Richtung Wasser, über die offene Fläche. Das Klicken der Fotoapparate ist fast schon ohrenbetäubend. Auch der Bulle setzt sich in Bewegung, und die beiden laufen aneinander vorbei (Die Begegnung gibt es nur auf Video). Dann dreht sich der Bulle plötzlich um und kommt direkt auf die Autos zu. Ich halte die Luft an, kann seine Schritte hören. Erst kurz vorm Parkplatz dreht er ab, folgt der Herde in den Busch. Der Löwe, ein junges Männchen, läuft weiter zum Wasser, trinkt kurz und brüllt zwei Mal. Hinter unserem Bus stehen Kuh-Antilopen. Sie wollten wohl nach den Elefanten ans Wasser, aber nun müssen Sie weiter warten. Der Löwe lässt sich nämlich im Schatten des Betonsockels der Wasserpumpe nieder, wieder mit dem Rücken zu uns. Danach müssen wir aber los. Im Camp Okaukuejo machen wir halt, Francois muss tanken. Wir entern den Shop und fotografieren dann die bezaubernden Webervögel-Nester im Baum davor. Die Sonne sinkt schon wieder. Eine Giraffe präsentiert sich im Abendlicht, ein Oryx kratzt sich mit seinem horn (dafür ist es also da, genüsslich im Fell, dann halten wir an einem trockenen Wasserloch für den Sonnenuntergang. Tiere sind leider keine da, nur ein Schakal in der Ferne. Wir verlassen den Park, um kurz dahinter ins Etosha Village zu fahren. Die Rezeption sieht sehr schick aus, es gibt sogar einen Begrüßungsdrink. Wir sind alle aus dem Häuschen, mit einer so schicken Unterkunft hat keiner gerechnet. Leider haben wir nicht viel davon, weil es nun schon dunkel ist und wir morgen wieder früh los müssen. Wir laufen durch den Restaurant-Bereich, wo ein riesiges, viel versprechendes Büfett lockt. Aber wir denken noch, dass Francois wieder für uns kocht. Über kleine Wege geht es zu den Unterkünften. Natasha und ich sind aus dem Häuschen: Es sind Bilderbuch-Lodge-Zelte, erhöht gebaut, mit einer Art Kraal-Zaun drumrum. Neben der Terrasse ist eine kleine Küchenzeile, die Treppen hoch, und man steht quasi im halboffenen Badezimmer, die Dusche ist ein halbrunder Anbau, auch die Toilette ist luftig. Wir sperren das Zelt auf, auch innen schön eingerichtet. Vor dem Bett die Zeltwand lässt sich öffnen, so dass man mit Blick auf den Busch darin liegen könnte. In den Genuss kommen wir aber nicht, die Zeit reicht nicht. Es wird noch dunkel sein morgen früh. Wir ruckeln wieder die Betten auseinander, dann gehe ich duschen. Fühlt sich gut an nach dem Etosha-Staub. Während Natasha duscht, trinke ich schon mal ein Savannah aus der Bar. Ein Schrei ertönt, denke an einen Pavian. Als Natasha ins Zimmer kommt, erfahre ich dass sie es war. Irgendwas habe sie am Rücken „angeflattert“ beim Duschen. Da ihr Schrei im ganzen Camp zu hören war, wird abends noch viel darüber gelacht. Wir vermuten, dass es eine Fledermaus war. Wir treffen uns alle an der Bar. Ich war fest der Meinung, dass wir von Francois bekocht werden und nur gegen Aufpreis im Restaurant gegessen wird. Doch nun ist davon keine Rede. Wir bekommen einen Tisch und stellen uns am Büfett an. Wie das geregelt wurde, weiß ich bis heute nicht. Am Grill kann man sich aus Schüsseln Gemüse und Fleisch (Game) auf seinen auffüllen und eine Sauce aussuchen. Das wird dann vom Teller auf die Grillplatte gegeben und von den eifrigen Mitarbeitern angebraten, dazu gibt es Nudeln. Ich lasse mir dann noch ein extra Stück Gnu grillen. Es schmeckt alles fantastisch, die Stimmung am Tisch ist fröhlich. Dann noch mal ans Büfett für Dessert. Kaffee, dazu ein dicker Windbeutel und ein Türmchen aus Vanille-Creme. Wir kommen mit Francois ins Gespräch, erfahren sein Alter (25) und dass seine Mutter auf der Suche nach einer Frau für ihn ist. Vor der hochzeit müsse er dann noch einen Bullen schlachten. Er hat auch schon einen Song in petto, den er auf seiner Hochzeit singen will. Er singt uns kurz vor, und es klingt richtig gut. Danach gehen wir kurz in die Lobby, wo es gratis W-Lan gibt. Ich logge mich kurz mit meinem Smartphone ein und schicke Grüße aus Afrika in die Welt. Um etwa 21.30 geht es ins Bett.
 
 
 
 

 

5. Tag, Fahrt nach Swakopmund, Hotel a la mer

Wir müssen um 5.15 aufstehen. Um 6 steht ein Angestellter vor der Tür. Er sammelt uns alle ein, um uns dann zum Zelt von Francois zu führen. Ob die Angst hatten, dass wir uns auf dem Gelände verlaufen? Ich bin mir sicher, dass der arme Kerl auch länger hätte schlafen können. Irgendwie denkt natürlich auch niemand von uns Afrika-Neulingen und Budget-Reisenden daran, ihm ein Trinkgeld zu geben. Francois hat an seinem Zelt schon den großen Tisch fürs Frühstück gedeckt, wie immer mit Tischdecke. Auf dem Grill lodern Flammen, im Kessel kocht heißes Wasser. Allein das verströmt eine Atmosphäre, die uns alle verzaubert. Und die mich auch kommende Woche begleiten wird – ein Detail, was für mich aber nun zu Afrika dazugehört. Kessel auf offenem Feuer…..seufz. Wir frühstücken, Sandwich, Müsli, frische Orangen. Dann wird es ernst: Natasha hat gestern mit Francois über ukrainische Küche gesprochen (sie hat dort ihre Wurzeln). So kam die Sprache auf Coleslaw, den sie lecker findet und oft selbst macht. Tja, irgendwoher hat Francois Weißkohl und Karotten. Und daraus soll Natasha nun Coleslaw machen. Lachend helfen wir alle. Doch wie sich zeigt, sind wir zwar alle gestandene Frauen und teilweise sehr intelligente Wesen, die z.B. zum Thema Mikrobiologie promovieren – aber wie schält man eine Möhre? Einen Sparschäler gibt es nicht, und Natasha gibt zu, immer fertig kleingeheckselten Kohl zu kaufen. Nun ja, gemeinsam schälen und schnippeln wir alles kurz und klein. Dann spülen wir noch, alles wieder ab in die Kisten, die Taschen verstaut. 7 Uhr ist Abfahrt. An der Rezeption warten. Francois kommt wieder, er hat noch in Restaurant-Küche Öl für den Coleslaw abfüllen lassen. Wir fahren Richtung Khorixas, biegen ab Richtung Uis. Heute stehen die „Eingeborenen-Encounter“ auf dem Programm. Menschen-Zoo? Ich weiß immer nicht so recht was ich davon halten soll. Aber spannend finde ich es schon. Und den Schotten im Kilt samt Dudelsack fotografiere ich ja auch, gegen einen Obolus. Also mal sehen. Irgendwo auf dem Weg halten wir an der Straße, wo Holzverschläge stehen und Herero-Frauen Sachen verkaufen. Wir purzeln alle raus, der zweite Chamäleon-Bus hält auch. Etwas unsicher verteilen wir uns. Schnell ist das Prinzip klar: Man kauft was und darf dafür Foto machen. Ok. Da ich eh noch keine Souvenirs geshoppt habe, warum also nicht hier? Kaufe ein Püppchen und fotografiere die Frau in Tracht. Frage sie nach der deutschen Singer-Nähmaschine, an der sie arbeitet und erfahre, dass das gute Stück schon 70 Jahre in Familienbesitz ist. Weiter geht es, immer am Brandberg entlang, der sich rechts etwas unwirklich aus der Ebene erhebt. Irgendwo im Nirgendwo fährt Francois und auch der 2. Truck rechts ran, unter einen großen Baum. Fix werden Klapptische und Stühle rausgeholt, der Tisch gedeckt. Natasha füllt Essig zum Öl in die Plastikflasche sowie Salz und Pfeffer. Hüpfenderweise wird das Dressing geschüttelt, das Öl will nicht so richtig sich vermischen. Doch mit viel Körpereinsatz gelingt es, und der Coleslaw schmeckt richtig gut. Dazu gibt es noch Gurken-Tomaten Salat, der frisch geschnippelt wird, dazu Sandwiches. Als Toilette dient das trockene sandige Flussbett, in das jeder mal ein Stück hochstapft und hinter irgendwelchen Büschen verschwindet. Aus der Ferne hat man uns erspäht. Eine Frau und ihre Kinder kommen schwerbepackt an und bauen Ruckzuck ihre Waren auf, in Reih und Glied hängen da nun Ketten und Mobiles. „Go and do your shopping“ fordert Francois uns auf. Ok, also wieder dasselbe Spiel: Kaufe eine Kette und fotografiere dann, der Rest der Gruppe auch. Dann geht es weiter. Der nächste Stopp ist ein Stand mit Himba-Frauen. Ich bin etwas irritiert über die Zelte aus Plastikmüll, die in einiger Entfernung dazu stehen und offenbar ihre Behausungen sind. Dann wieder das gleiche Spiel: Armband kaufen, Fotos machen. Ich gebe zu, die Frauen sind interessante Motive. Ich hoffe nur dass diese Kultur auch um ihrer selbst willen und nicht nur als Touri-Attraktion überlebt. Danach halten wir in Uis an der Tankstelle. Zur Toilette, 2 Dollar für die Aufpasserin, dann geht es weiter. Wir verlassen die bergige Gegend und eine gefühlte Ewigkeit fahren wir auf Sandpad durchs nichts. Immer geradeaus, bis da plötzlich ein Schild steht und dahinter das Meer. Wir biegen links ab, nach Süden. Fahren durch Hentjes Bay durch und halten dann an einem Schiffswrack. Als wir aussteigen, kriegen wir alle einen Kälteschock. Habe meine Fleecejacke im Bus, aber kurze Hose an. Es ist total diesig, windig, bewölkt und grau. Der perfekte Tag an der Nordsee….ich fühle mich wie auf Sylt. Irgendein Scherzkeks hat ein etwas grusliges Skeleton-Coast-„Schild“ aus undefinierbaren Knochen in den Sand gelegt. Durchgepustet flüchten wir alle schnell wieder in den Bus. Fahren bis Swakopmund. Francois kurvt scheinbar etwas ziellos durch den Ort und macht uns auf alle Annehmlichkeiten der Zivilisation aufmerksam. „Oh, Kentucky Fried chicken, good, there is a Spar, you can go there, this is a good restaurant“. Der Sinn dieser Rundfahrt erschließt sich mir nicht ganz, da wir superwenig Zeit in Swakop haben und es mittlerweile schon später Nachmittag ist. Dann zum Hotel a la mer. Fahren auf den Hof, checken ein. Natasha und mein Zimmer ist leider unten und daher etwas dunkel. Die Steinwände sehen sicher ganz schick aus, doch da die Luft so feucht ist und so wenig Licht im Zimmer, wirkt es eher wie eine ungemütliche Höhle. Natasha nutzt sofort Strom zum Aufladen und WLan zum Facebooken. Dann will sie unbedingt in die Stadt und einen richtigen Kaffetrinken. Ich laufe nur mit ihr zur nächsten Ecke, wo auch ein Supermarkt ist. Kaufe 5-Liter-Kanister Wasser und ein bisschen Schoki und Chips. Bringe die Sachen ins Zimmer und laufe dann runter zur Jetty. Der Wind bläst, ich fühle mich wirklich wie an der deutschen See. Kein Wunder, dass die Kolonialisten sich hier wohl gefühlt haben. Aber ich bin nicht deswegen nach Afrika geflogen, zu groß ist die Ähnlichkeit. Trotzdem verbringe ich einige Zeit auf der Jetty, fotografiere den Sonnenuntergang und genieße das Meer, das ja überall einfach immer wunderschön ist. Dann Treffen zum Abendessen. Melissa und die beiden jungen Deutschen kommen nicht mit ins Restaurant, dass heute statt Francois’ Küche auf dem Programm steht. Es kostet extra, die beiden Studentinnen wollen sparen, Melissa ihre Ruhe. Wir anderen laufen also die wenigen Meter zum TUG direkt an der Jetty. Das um ein altes Schiff gebaute Restaurant hat schon Atmosphäre. Wir müssen noch an der Bar im „Schiffsbauch“ warten und stoßen schon mal mit einem Bier an, bevor wir den Tisch im oberen Stock beziehen. Ich gönne mir „Oryx Surf and Turf“, ein großes Oryx-Steak mit einer Riesen-Garnele und einem gefüllten „Squid“, dazu Pommes und etwas Salat. Schmeckt sehr gut, der Preis samt Bier ist auch annehmbar. Francois, der Sänger, wollte uns überreden, dass wir alle unsere Nationalhymnen singen. An der Aufgabe scheitern wir kläglich, ich kriege auch kaum den Text zusammen. So reden wir aber alle über unsere Herkunftsländer. Da Poonam zwar in den USA lebt, aber aus Indien stammt, auch Christina ukrainische Wurzeln hat etc wird es ein sehr interessantes Gespräch. Ich komme nicht umhin, nach meinem Versagen bei der Nationalhymne auch zu erklären, dass Deutsche sich eben aufgrund der Geschichte immer noch schwer tun mit nationalen Symbolen. Francois kriegt separate Rechnung, offenbar kriegt er Prozente weil er uns da reingelotst hat. Einige finden dieses Geklüngel unmöglich, ich denke mir nur, dass so eben das Business funktioniert und kenne das auch von anderen Reisen. Seine eingepackten Speise-Reste gibt er dann dem frierenden Parkplatz-Wächter. Um 22.30 geht es ins Bett.
 
 



6. Tag, Sandboarding, Fahrt nach Sossusvlei, Desert Camp

Der Wecker klingelt um 6. Ich gehe rüber ins Hauptgebäude in den Speisesaal, wo wir heute frühstücken. Bin die erste von unserer Gruppe und inspiziere das Büfett. Eine ältere Dame kommt aus der Küche und fragt mich ob ich Eier möchte. Bestelle Rührei mit Speck, sage, dass ich zur Chamäleon-Gruppe gehöre und mein Kaffee da schon steht. Als sie wieder in der Küche verschwindet höre ich dass sie mit jemand Deutsch spricht. Aha. Ich muss noch mal kurz ins Zimmer (ja, ins Bad) – großer Fehler. Als ich fünf Minuten später wiederkomme, sind auch schon ein paar andere da, u.a. Kristy und Natalie, die ab heute zu unserer Gruppe zustoßen (und ja, sie sind auch supernett, aber nach unseren drei Tagen irgendwie erstmal Fremdkörper. Nicht zuletzt, weil sie ja die Sitz-Rotations-Ansage nicht mitbekommen haben und immer die beiden vorderen Sitze (mit Ablagefläche davor) okkupieren und immer nebeneinander sitzen. Was zu sagen traut sich aber auch keiner. Jedenfalls setze ich mich, esse Müsli und Brot, wundere mich noch wo mein Ei ist. Dann kommt raus: Die Dame hat das Ei gebracht als ich nicht da war, Natalie, ebenfalls blond, sollte es nehmen, sie beteuerte, es nicht bestellt zu haben. Das Ei ging zurück in die Küche. Als sie dann kommt um neue Bestellungen aufzunehmen erklärt sie brüsk, dass es sich nicht gehört, Ei zu bestellen und zu verschwinden. Ich melde mich und sage, dass ich es bestellt hatte, kurz im Zimmer war und dachte, dass sie es hinstellt. Sie weist mich zurecht, dann wird neues Ei bestellt. Als sie es mir bringt, oute ich mich und entschuldige mich auf Deutsch. Die ziemlich ruppige Art rund ums Ei sorgt für viel Gelächter am Tisch, auch der Rest des Personals ist dahingehend ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aus dem deutschen Gerede in der Küche schnappe ich auf, dass es wohl was mit den Gruppen generell zu tun haben muss. Hm, trotzdem kein Grund uns so komisch zu behandeln. Auch Francois wurde beim Einchecken schon so abgekanzelt, dabei ist er ja nun der Sonnenschein in Person. Egal, nach dem Frühstück, das gut war – auch das Ei!!! – packen wir und stellen die Sachen an den Truck, der gerade gründlich von Francois gereinigt wird. Wie fast jeden Tag. Es wird gefegt, die Kühlbox geleert und gewaschen etc. Wir warten auf die Jungs vom Sandboarding, die extra für unsere Gruppe einen frühen Termin arrangiert hat. Sandboarding??? Ja, genau. Und nein, eigentlich wollte ich das nicht machen. Wusste schon im Voraus, dass die Zeit in Swakop nicht für meine Wunsch-Aktivität, die Little-Five-Wüsten-Tour reicht (Nachteil einer durchgetakteten Gruppenreise). Dachte stattdessen an eine ruhige Quad-Tour. Bin ja nicht so der Adrenalin-Junkie. Tja, und als vorgestern gefragt wurde, wer was machen will in Swakop, meldeten sich alle bis auf mich fürs Sandboarding. Und Francois guckte mich an mit seinen großen Augen und meinte, auch für ihn wäre es organisatorisch einfacher wenn auch ich da mitmachen würde. Unter dem Gejohle der Gruppe stimme ich zu. Und sehe mich schon im Sand rumsitzen statt zu fahren, weil ich mich nicht traue. Nun sitze ich aber erstmal im kleinen Shuttle-Bus raus in die Dünen. Dort liegen im Sand Bretter, Helme, Taschen mit Ellbogenschützern und Snowboards. Wir kriegen alle Helm und Schoner, dann eines der leichten, aber unhandlichen dünnen Bretter. So ausgerüstet, müssen wir erstmal die Düne besteigen. Ganz schön anstrengend. Aber wir sind alle begeistert von der riesigen Sandkiste, in der wir uns befinden. Oben am Kamm wartet einer der Jungs (die sich ehrlich gesagt anhörten, als hätten sie schon morgens einen Joint geraucht). Er erklärt kurz, wie es geht: Mit Bauch drauflegen, vorn Brett anheben und bloß nicht fallen lassen, Füße hoch, zum Bremsen und lenken in Sand. Und schwupps, saust er „Little Nelly“, so der Anfängerhügel, hinab. Ganz schön schnell. Ich bin aufgeregt und schaue noch bei ein paar der anderen zu. Wir werden angeschubst. Unter Anfeuerungsrufen der anderen lege auch ich mich schließlich hin. Und ab geht’s! Huuui! Unten eine leichte Kurve und wieder bergauf…und ich bin da. Die anderen klatschen, ich freue mich, dass nichts passiert ist. Denn einige von uns fressen buchstäblich Sand, schon beim ersten Lauf – weil sie vorne loslassen etc. Wir stapfen wieder hoch. Die nächste Abfahrt ist richtig steil. Ich traue mich erst nicht, lasse allen den Vortritt. Unten kommt irgendwann Schotter, bis dahin sollte man abbremsen. Eine von uns brettert trotzdem darauf…ui. Und ich muss dann doch. Ich rase hinab, wo die anderen warten. Juchhuu! Aber als ich zum Stillstand komme, bleibe ich einen Moment liegen. Mir zittern die Beine wie blöd. Das war wirklich Selbstüberwindung. Mit der Laserpistole wurde unser Geschwindigkeit gemessen – 42 kmh! Wieder Aufstieg, oben am Kamm gibt es Wasser für alle. Die nächste Abfahrt hat es in sich: Sehr lang und steil und mit einem kleinen „Bump“, der bei entsprechender Geschwindigkeit wie eine Sprungschanze wirkt. O Gott! Ich fahre einfach. Wow! Vor dem Bump bremse ich etwas, so dass ich nur minimal abhebe, sause hinab. Und schaffe 72 kmh! Gruppenrekord war 79. Oh Mann! Dann noch einmal hoch und eine Abfahrt Richtung Pkws. Dabei überschlägt sich Poonam noch, ist total eingesandet. Ich habe in meiner Schisserigkeit offenbar so peinlich genau auf die Anweisungen geachtet, dass ich super gefahren bin. Im Übrigen sind die Sperrholzbretter offenbar mehr Fun als die Snowboards. Mit denen geht es eher langsam abwärts. Unten entledigen wir uns der Helme, bekommen alle noch ein kaltes Getränk gestellt und dann wartet da auch schon Francois – und Abel. Er war im 2. Chamäleon-Truck, der nach WDH zurück fährt, und da unsere Gruppe nun gewachsen ist, haben wir nun 2 Guides. Francois übernimmt den Fahrer-Job, Abel sitzt hinten bei uns und liefert auch Erklärungen übers Mikro. Leider hat er einen starken Akzent, so dass es mir schwerer fällt ihn zu verstehen.
Fazit Sandboarding: Ein Riesen-Spaß, der für mich aber wirklich Überwindung war, da ich gar nicht auf Geschwindigkeits-Sachen stehe. Da nur ein Dünenkamm genutzt wird und feste Abfahrten und Aufstiege, hoffe ich mal, dass es relativ natur-verträglich ist. Eine Gutsitzende Sonnenbrille ist wichtig, da sie vor Sand in den Augen schützt. Ich fahr auch kein Schlitten oder gar Ski, aber der Sand ist wohl offenbar noch angenehmer als Schnee, weil er eben weicher ist, wenn man sich doch mal wickelt. Aber ihn in den Mund zu kriegen ist weniger schön, auch das mussten einige feststellen. Als in der Ferne eine – laute – Quas-Truppe vorbei kam, war ich froh, da nicht zu sein. Sicher war da auch die Gruppe toll, die mich Angsthasen angefeuert und beglückwünscht hat. Ich war echt ein Schisset und habe vor der 2. Abfahrt auch ca. 10x gesagt dass ich es nicht mache. Fotos gibt es leider nicht wirklich, der Sand ist nicht kamerafreundlich, die Sachen lagen alle unten am Sammelpunkt. Das sind eben Erinnerungen, die so bleiben müssen! Aber wollte die Erfahrung trotzdem schildern, gerade jüngere Reisende oder Familien mit größeren Kindern (weiß nicht ab wann man mitmachen darf) haben da ja vielleicht Interesse dran. Nun kommt noch ein Gast hinzu, Marie, eine Franko-Kanadierin. Die Fahrt wirkt daher erstmal ungewohnt, da es mit ihr, Abel, Kristy und Natalie doch um einiges voller ist. Muss auch zusehen, wo ich meinen Rucksack hinquetsche. Dann fahren wir ewig durchs nichts. Wirklich nichts. Doch bald schon (das after-Boarding-Beer bzw. Coke fordern ihren Tribut) melden wir eine Toiletten-Pause an. Aber es gibt noch nicht mal Büsche wie bisher! Francois hält, als neben der Straße Sandhügel im Abstand von etwa 20m liegen, die offenbar zum Straßenbau verwendet werden oder wurden. Wir gehen dahinter in Deckung, nacheinander bei den nächsten beiden Haufen. Wobei Deckung relativ ist: Wenn die Gruppe am Bus einen nicht sehen kann, hat dafür derjenige freie Sicht, der von hinten auf der Straße kommt. Gott sei Dank ist der Verkehr hier ja mehr als dürftig. Wir erklimmen dann die Gegend des Kuiseb-Canyons. Das schroffe Gebirge ist schon eine Mondlandschaft. Am Foto-Stopp erzählt Abel die Geschichte der beiden deutschen Geologen, die sich im 2. WK hier versteckt haben. Das Buch steht schon auf meiner Nach-Namibia-Erinnerungs-Lektüre-Liste. Auch wir machen einen wohl obligatorischen Tankstopp in Solitaire, und die pittoreske Anlage mit den Autowracks verleitet natürlich zum ausgiebigen Fotografieren. Apfelkuchen kaufe ich nicht, mir ist nach einem Cornetto-Eis aus dem Shop. Schokolade!!!! Das braucht Frau einfach manchmal. Ein weiterer Fotostopp wird natürlich am Wendekreis des Steinbocks eingelegt, für mich ganz witzig, da das mein Sternzeichen ist. Auf der Fahrt sehen wir noch eine Herde Oryx, die vor uns die Pad überquert, und interessante Felsformationen. Fast pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir das Desert Camp kurz vorm Eingang zum Sossusvlei Park. Die Anlage, im goldenen Abendlicht, schön vor einer Felskette gelegen, mit Blick in eine Ebene und dahinter Berge, finde ich wunderschön. Die festen Zelte mit gemauertem Bad und Terrasse sehen so aus, als könnte man es da gut eine Zeit aushalten. Ein Grill steht an jedem Zelt bereit plus Küchenzeile. Wir als Gruppe nutzen aber eine der beiden Gemeinschaftsküche, die links und rechts vom Pool stehen. Es ist eine reine Selbstversorger-Unterkunft. Wir knipsen im Abendlicht, was das Zeug hält. Afrika aus dem Prospekt. Natasha duscht als Erstes, ich danach. Leider ist offenbar nicht genug warmes Wasser da, beim Haarewaschen wird es etwas kalt. Tja, und das ist auch das Motto des Abends. Nach dem Duschen ziehe ich (fast) alles an was ich habe, inklusive der langen Unterhose. Als ich die eingepackt hatte, fand ich das ja doch etwas komisch (hallo, ich wollte nach Afrika, nicht nach Island), aber nu weiß ich warum. Da ich nasse Haare habe und kein Föhn, schenkt Natasha mir ihre ausgediente Camping-Mütze, die schon mit in Botswana war. Der Boma-Essensbereich ist zwar wunderschön, aber die eisige Nacht samt kaltem Wind sind fies. Wir sehen alle aus wie bei einer Winter-Expedition, unsere beiden Guides kommen gar nicht erst aus der etwas wärmeren und vor allem windgeschützten Küche raus. Es gibt gegrilltes Kudu und Würstchen, dazu Kartoffeln, Butternut in Alufolie und Gemüse-Sauce. Wie im Laufe des Tages quasi nebenbei rauskam, hat Kristy, eine der beiden „Neuen“ heute Geburtstag. Und ihr Freund hat wohl extra bei Chamäleon angerufen und Kuchen geordert. So stellt Francois zwei aus Swakop mitgereiste Schwarzwälder-Kirsch-Torten-Berge auf den Tisch und wir singen alle Happy-Birthday. Der Kuchen ist supersüß, aber ein willkommenes Dessert. Wir überreden Francois, in Nama „Happy Birthday“ zu singen. Die Klicklaute sind mir bis heute ein Rätsel, obwohl er sie uns mehrfach vorgeführt hat. Wir freuen uns dann alle aufs Spülen, weil das Wasser warm ist (!!!) und wir alle kalte Finger haben. Da es so eisig ist, verkrümeln sich schnell alle in die Zelte, auch wenn es da nicht wärmer ist, aber windstill. Wir kramen noch sämtliche Extra-Decken aus einer Kiste. –mit Mütze und 2 Hosen gehe ich ins Bett. Die drei Decken halten zwar warm, sind aber unglaublich schwer und ich fühle mich erdrückt. Wache nachts mehrmals auf, weil meine Nase so kalt geworden ist.
 
 
 

 
 
 

7. Tag, Sossusvlei

Um 5.15 klingelt der Wecker. Mühsam krabbel ich unter den Decken hervor. Es ist so kalt! Wechsel schnell das Shirt, ziehe, in der Hoffnung dass es bald warm wird, die lange Unterhose aus und im Dunkeln laufen wir zur Küche. Wir frühstücken alle schnell, mehr oder weniger im Stehen. Eine Schüssel Cornflakes mit Quark, eine Scheibe Brot mit Erdnussbutter. Dann geht es auch schon hinein in den guten alten Pumba. Fahren an der Sossuvlei Lodge vorbei in den Park hinein. Wir machen Fotostopps an den Dünen, unter anderem Düne 45. Fahren dann aber durch bis zum großen Parkplatz vorm Vlei. Wie immer müssen einige noch mal auf Toilette, dann entern wir einen der bereitstehenden Shuttle-Jeeps, um durch den Tiefsand zu fahren. Dort steckt auch prompt ein Selbstfahrer fest. Unser Fahrer steigt aus und ruckelt das Fahrzeug ruckzuck wieder frei. „They know how to drive here“ meint Francois. Am Vlei marschieren wir los, Francois mit Stock und Hut zeigt uns mit ein paar Tropfen Wasser, wie ein der „verdörrten“ Pflanzen zum Leben erweckt wird. Dann geht es Richtung „Big Daddy“ der großen Sanddüne. Melissa will unbedingt ganz nach oben, die beiden junge Deutschen auch, schnell gehen sie voran. Denn eigentlich ist der Weg zur Spitze nur optional, gedacht ist, dann irgendwo ins Deadvlei runterzusteigen und zurück zum Parkplatz zu gehen, wo ein 2. Frühstück angedacht ist. Aber irgendwie wird der Plan nichts: Die Gruppe reißt es auseinander. Abel geht irgendwann an mir vorbei, Kristy und Francois bleiben hinter mir. Als mich der Rest überholt, frage ich noch ob sie wissen, wo es runtergeht und wo wir hinmüssen. Keiner weiß es so genau. Also folge ich den anderen, immer weiter, entlang des malerisch geschwungenen Dünenkammes, mit Blick ins Deadvlei. Es wird wärmer, die Jacken-Schichten fallen. Ich bin begeistert: Wüste wie im Bilderbuch! Dann hole ich plötzlich die anderen ein: Eine fiese Stelle, an der es recht steil hochgeht und der Sand rutscht. Es sind nur ein paar Meter, aber alle kämpfen. Ich auch. Dann noch mal ein Stück den Kamm hoch, und ich bin oben. Die anderen sitzen schon im Sand und genießen den Panoramablick. Devyn grinst mich an und meint, ich würde wohl meine Grenzen überwinden mit der Gruppe – erst das Sandboarding, nun das Erklimmen von Big Daddy. Da hat er nicht ganz unrecht – Gruppendynamik eben! Abel verteilt Müsliriegel zur Stärkung (nicht geeignet für Melissa, die etwas verärgert reagiert). Und dann beginnt der spaßige Teil: Der Abstieg, geradewegs runter ins Deadvlei. Der Sand ist wie Wasser, wir versinken darin und rutschen mit ihm immer ein Stück hinab. Wirklich seltsam und lustig. Als ich unten ankomme, ist ein Teil der Gruppe schon am anderen Ende vom Deadvlei, einige aber noch oben. Irgendwie war dieser Ausflug bestimmt anders geplant…. Wir leeren unsere Schuhe aus, und über den harten weißen Boden geht es durchs Deadvlei. Ich bin begeistert von der Szenerie, der Grund, der rote Sand, blauer Himmel, schwarze Bäume. Am Ende wartet Abel und erklärt noch den Unterschied zwischen Dead- und Sossusvlei und die Anpassung der Pflanzen. Dann laufe ich mit Devyn und Natalie zum Parkplatz. Abel muss noch auf die letzten Nachzügler warten und wirkt schon etwas ungeduldig. Vielleicht hätte man uns ohne genaue Ansage einfach nicht in dieser Sandkiste loslassen sollen. Wir warten, bis alle zusammen sind, dann geht es mit Jeep-Shuttle das kurze Stück ans Sossusvlei (warum wir das Stückchen nicht gelaufen sind, ist mir ein Rätsel…) Dort hat Francois mit Kristy schon einen Picknicktisch unter einem Baum gedeckt, die Boxen sind auch per Jeep hergekommen. Es gibt Sandwiches, Gurken und Tomaten. Danach einpacken, per Shuttle zurück durch Tiefsand. Da steckt wieder einer fest, wird schon abgeschleppt. „Everyday Business“ meint Francois nur. Am großen Parkplatz geht es wieder in „unseren“ Pumba, ein Schakal taucht auf in der Hoffnung auf Futter. Gar nicht scheu, das Tier. Wir fahren zurück zur Düne 45. Ein paar von uns laufen da auch noch hoch, ich streike, da es mittlerweile auch richtig heiß ist. Danach fahren wir ins Desert Camp zurück. Auf dem Plan steht was von längerer Mittagspause. Hm, die fällt quasi aus…wir haben uns da auf Big Daddy doch etwas verfranst, scheint mir. Sind 14.30 da, ziehen uns kurz um, frisch machen. Dann zur Küchen-Area, wo es um 15 Uhr Lunch gibt. Es gibt Nudelsalat, lecker. Mit geriebenem Käse. Danach ist schon wieder Abfahrt, es geht zum Sesriem Canyon. Wir halten im flachen Nichts, und ich frage mich, wo der denn nun ist – bis wir aussteigen und zur Kante laufen. Logisch, ein Canyon ist ja etwas, was sich in die Erde  Abel steigt mit uns hinab, Francois bleibt im Bus.Jeingegraben hat.  Irgendwie ist er schlecht drauf seit heute morgen. Wir laufen hindurch und klettern am Ende alle auch noch über die Felsen, um den kleinen Tümpel zu betrachten, der da noch als Wasserrest ist – inklusive Fische! Ich habe schon einige Schluchten gesehen und finde den Canyon zwar schön, aber nicht so spektakulär. Aber es ist toll, auch diese Landschaftsform hier zu entdecken. Und es herrschen angenehme Temperaturen. Wir fahren zurück zur Lodge. Mit Kristy, Marie und Natalie setze ich mich auf eine Bank, hören Musik, trinken einen Sundowner – Savannah ist meins – und unterhalten uns. Als die Sonne weg ist, wird es nicht ganz so kalt wie gestern, aber ich ziehe meine lange Unterhose noch mal an. Zum Dinner gibt es Hühner-Potje mit Reis, als Nachtisch Obstsalat mit Custard-Vanille-Sauce. Wir entzünden in der Feuerschale Holz und stehen eine Weile um die Flammen herum. Es ist unser letzter Abend, und wir werden wehmütig. Nebenbei gehen Listen herum, in die jeder seine Kontaktdaten einträgt. Fotos austauschen, vielleicht in Kontakt bleiben – in Zeiten des Internets Gott sei Dank kein Problem. Leider ereilt uns dann noch die Nachricht, dass heute Nacht die Zeit umgestellt wird – eine Stunde vor. Da wir früh aufstehen sollen, begeistert das niemanden. Natasha und ich sind dann auch schon 21 Uhr im Bett. Auf dem Weg zum Zelt verrenken wir uns den Nacken, um den Sternenhimmel samt Milchstraße zu bewundern. Nacht in der Wüste - wunderschön.
 
 
 
 


8. Tag, Solitaire Guest Farm/Windhoek

Kaum zu glauben, aber der letzte Tage meiner Gruppenreise bricht an…ich hätte noch weiter fahren können. Der Wecker klingelt nach neuer Zeit um 6.30, es fühlt sich aber nach der alten Zeit um 5.30 an. Wir schleppen unser Gepäck mit vor zur Küche. Dort gibt es Frühstück, heute warmen Porridge. Wie wir gestern erfahren haben, gibt es heute nämlich kein Mittagessen. Na ja, das stand auch so in der Beschreibung, nur hat das keiner mehr auf dem Zettel gehabt. Die Gesichter waren lang, und Abel und Francois sprechen von einer Überraschung, die sie stattdessen haben. Wir spülen und müssen dann noch eine Weile warten, bis die Jungs alles wieder verstaut haben. Um 7.30 ist Abfahrt. Wir fahren auf die Solitaire Guest Farm, wo wir von süßen Hunden und einem etwas unfreundlichen Mann begrüßt werden – bzw. von letzteren auch nicht so richtig, er meckert irgendwie rum dass Francois zu schnell gefahren sei oder zu weit auf den Hof, ich weiß es nicht so genau. Wie schon im Hotel im Swakopmund beschleicht mich das Gefühl, dass die Safari-Tour-Gruppen nicht so beliebt sind, was mich ziemlich sauer macht. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob es da im Hintergrund irgendwelchen Ärger um Buchungen oder Geld gibt. Jedenfalls kommt dann Simone, die mit uns ins Geparden-Gehege fahren will. Dann stellen wir fest, dass der offene Jeep einen Platz zu wenig hat…offenbar wurde da eine falsche Zahl durchgegeben. Jedenfalls bekommt Poonam vorn zwischen Fahrer und Beifahrer nun einen Not-Sitz aus mehreren Kissen gebastelt und los geht es. Wir passieren das große Tor ins Gehege. Hier leben Geparden, die aus versch. Gründen nicht mehr ausgewildert werden können, aber auch nicht wirklich zahm sind. Platz scheinen sie aber mehr als genug zu haben. Da morgen der Tag der Extra-Fütterung sei, wären die Tiere bestimmt hungrig und wir würden sicher welche sehen. Kaum gesagt, stolzieren schon zwei heran. Es sind Brüder. Stolz, groß, wunderschön. Sie tragen Funkhalsbänder, mit denen man sonst ihren Standort bestimmen kann. Sie nähern sich dem Auto, drehen aber wieder ab, als es nichts gibt. Wir fahren weiter und entdecken kurz darauf – ohne dass über Simones Antenne etwas zu hören war – zwei weitere Geparden an einem Busch. Es sind Mutter und Tochter, von der die eine einen Sehfehler hat. Auch diese kommen angerannt und reagieren mit Fauchen, als sie sehen, dass Simone nur Gras geworfen hat, um sie zu locken und kein Fleisch. Ist ja auch gemein. Von hinten nähern sich nun noch die Brüder, so dass wir quasi von Geparden umkreist sind. Leider müssen wir nach wenigen Minuten schon zurück. Unser Zeitplan!
Zurück auf der Farm geht es noch mal auf Toilette, dann alle wieder in den Bus. Francois und Abel sind während unseres Geparden-Ausflugs offenbar nach Solitaire an die Tankstelle gefahren und haben Apfelkuchen für alle besorgt. Ich finde es total süß, vor allem nachdem ja überall von DEM Apfelkuchen zu lesen war. Aber irgendwie ist die Gruppe nur mäßig dankbar, finde ich, und ich merke, wie ich mich fremdschäme. Doch ein erster Gruppenkoller? Jedenfalls fahren wir dann eine lange Strecke zurück Richtung Windhoek. Der Kuchen wird dann nach und nach doch verteilt und gegessen. In Rebohoth machen wir einen Tank- und Toiletten-Stopp. Um 15 Uhr sind wir wieder in Windhoek im Chamäleon Hostel. Wir machen noch ein Gruppenfoto, Gepäck wird verteilt. Natalie, Kristy und Marie werden noch woanders hingebracht, Poonam und Christina werden zum Flughafen gebracht. Also erste Abschiede. Devyn, Natasha, die beiden Deutschen Mädels und ich bleiben im Hostel. Irgendwie ist die Gruppe plötzlich aufgelöst, wir checken ein. Natasha und ich haben gestern lange überlegt, was mit Trinkgeld für Abel und Francois ist. Ich wollte sammeln, doch andere wollten dann gar nichts geben. Im Endeffekt hat dann niemand etwas gegeben, und später plagt mich mein schlechtes Gewissen. Auch wenn wir alle keine Großverdiener sind…
Ich dusche kurz und bestelle mir ein Taxi zu Joes Beerhouse, eine Institution in Windhoek. Mit dem Rest der Truppe dann noch Anstoßen an der Hostel-Bar und quatschen, bis das Taxi kommt. Es wird etwas später, da ich es mir dann mit einem dt. Paar teilen kann, die auch zu Joe’s wollen. Als ich ankomme, wartet Bea, mit der ich morgen zum Trailritt fahren werde, schon. Ich kenne sie nur von einem Treffen vorab in Hamburg, der Reiseveranstalter hatte uns vermittelt, da wir uns das Zimmer teilen. Sie hier zu treffen wirkt fast surreal. Sie hat auch schon 2 Wochen Rundreise hinter sich, mit ihrer Tochter. Die hat sie heute zum Flughafen gebracht. Joe’s ist ja wie eine Art Themenpark-Restaurant, total groß, überall hängt Deko vom Kudu-Gehörn bis hin zu Jägermeister-Flaschen. Ich finde es aber ganz nett. Ich bestelle Zebra, und es schmeckt auch gut, nur etwas zäh.
Wir erzählen uns von unseren bisherigen Reiseerlebnissen und überlegen, wie es nun wohl weiter geht. Morgen werden wir an meinem Hostel eingesammelt. Als wir gehen wollen, entdecke ich an einem der Nebentisch Kristy und Natalie aus der Safari-Gruppe. Großes Hallo und etwas Quatschen. Sie sind heute in der Heinitzburg untergebracht, auch nicht schlecht. Dann endgültiger Abschied. Ich will Taxi bestellen, aber habe keine Nummer von einem Driver. Etwas Chaos, dann fährt mich irgendein Typ heim, der angeblich für Joe’s arbeitet. Ich wusste nicht, dass man quasi „seinen“ Fahrer braucht. Im Hostel ist noch Licht bei Natasha, und ich klopfe und verabschiede mich. Dann falle ich ins Bett, das erste Mal seit einer Woche wieder allein.

 
 


Fazit: 
Die Gruppenreise war genau das Richtige für mich. Sicher hatte ich auch viel Glück mit den Leuten. Es war keiner „hummeldumm“, selbst Melissas Ernährungsprobleme waren nur ein Ärgernis am Rande. Natürlich lag es auch daran, dass es alle offene, relativ junge Leute waren, bis auf die beiden schüchternen deutschen Mädels, die eben einfach sehr ruhig und für sich waren und daher nicht so „aufgefallen“ sind. Natürlich ist es ein straffer Zeitplan und es bleibt kein Raum für eigene Bedürfnisse, so dass ich ja auch auf die Little-Five-Tour verzichten musste. Aber die Tour war super organisiert, nette Guides, das Essen gut, die Unterkünfte ebenfalls. Daher habe ich in der kurzen Zeit, die ich zur Verfügung hatte, genau das gesehen was ich unbedingt sehen wollte. Ein 2. Mal würde ich dort nicht mit einer Gruppe hinfahren wollen, da ich nun weiß, an welchen Ecken ich gern mehr Zeit hätte oder anderes gemacht hätte. Auch in Etosha ist es sicher angenehmer, selbst zu fahren und sich mehr Zeit für Beobachtungen nehmen zu können. Um als Alleinreisender aber auf einfache Art zu einem relativ günstigen Preis möglichst viel zu sehen, war es perfekt. Und viel Spaß hatte ich mit der „Pumba-Gang“ zudem auch noch – allein wäre es doch etwas einsam gewesen. Geteilte Freude ist eben doppelte Freude!

Dann folgte der 2. Teil meines Afrika-Abenteuers, der Trailritt. Dieser war etwas „entschleunigter“, dafür intensiver, so dass die beiden Teile sich perfekt ergänzen. Nur das eine oder das andere wären nicht so gut gewesen, da die Reiterei mir nur einen winzigen Teil des Landes erschließen wird, nur die Safari aber doch ein zu sehr „Touri“ mäßiges Reisen gewesen wäre.

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