Sonntag, 16. September 2018

Zu Fuß durch Florenz - einfach treiben lassen

Nach der tollen Reitwoche in der Toskana hatte ich noch anderthalb Tage Zeit, bis mein Flug ab Bergamo zurück ging. Ich entschied mich für zwei Nächte in Florenz. Schon im Vorfeld war es aber so, dass ich die Stadt irgendwie etwas stiefmütterlich behandelte. Ich bin ja sonst der Planungsjunkie, aber bei Florenz machte ich mir im Vorfeld keine Gedanken. Tickets vorbuchen für die Uffizien? Nö, Andere Museen? Mal gucken wie Wetter ist. So buchte ich nur ein Zimmer, etwas weg von der Altstadt, aber noch in Laufnähe. Das ich da entgegen meiner Planungswut so relaxed war lag sicher auch daran, dass ich vor 18 Jahren im Zuge der damaligen Interrail-Italien Tour schon mal dort war - inklusive Besuch in den Uffizien und beim Original-David. Doch auch wenn ich so quasi auf eine alte Bekannte traf, freute ich mich auf die Stadt - und war ein bisschen überrascht von mir selber, dass ich mich wirklich mal treiben lassen konnte - und sogar einfach mal ein Nachmittagsschläfchen im Zimmer machte, als mein Körper einfach nicht mehr wollte. Und dann habe ich ja noch meien ganz persönliche Kunst-Jagd eröffnet. Worauf, erfahrt ihr beim Weiterlesen:

Sightseeing "nebenbei"

Ich kam Samstag mittags an und rollerte erstmal mit meinem Trolley vom Bahnhof zur Unterkunft. Ich war positiv überrascht, in einem schönen alten Stadthaus hatte ich ein Zimmer unterm Dach, schnuckliges Bad, und eine Etage tiefer in einer großen Wohnküche gab es morgens sogar ein Frühstück mit Kaffee und süßem Gebäck. (La Porta del Paradiso, 2 Nächte 1 Person 90 €).
 

Ich machte mich zu Fuß auf den Weg in die City, entlang des Arno. Der war ziemlich braun. Je näher ich der berühmten Ponte Vecchio kam, desto voller wurde es. Nach einem Selfie an der Brücke biege ich ab Richtung Piazza de Signoria, wo der Palazzo Vecchio steht.
 Ich flüchte in den Schatten der Loggia dei Lanzi, wo ich neben den berühmten Statuen etwas erschlagen von den Menschenmassen eine Weile einfach nur das Treiben beobachte. Nach der Einsamkeit bei Reiten echt ein Schock.
 
 
 
 
Dann bummel ich weiter, vorbei am Dom und dem Baptisterium. Ich erkenne es wieder, und statt mich in die Schlange zur Besichtigung zu stellen, stelle ich mich bei einer Eisdiele an und gönne mir ein lecker Gelato.
 
 
 
 

Weiter geht es, und am Piazza Santa Maria Novella lasse ich mich wieder nieder, geniesse Sonne, Glockengeläut und Straßenmusik. La Dolce Vita. Ich lese ein bisschen im Reiseführer, und spontan beschliesse ich, um die Ecke zu laufen in die Antica Farmacia di Santa Novella. Auch wenn ich nicht, wie viele Asiaten hier, eine der teuren Wässerchen und Düfte kaufen will, ist der "Laden" mit seiner tollen Ausstattung und den alten Ausstellungsstücken verschiedener Mittelchen sehr beeindruckend.

 
 
 

Ebenso zufällig gerate ich am nächsten Tag doch noch in ein Museum. Ich bummel auf der anderen Seite des Arno durch Santo Spirito und bin plötzlich an der Kapelle Brancacci. Ich kaufe ein Ticket und schaue mir die berühmten Renaissance-Fresken an.
 
 
 
 
 
Beweis-Selfie:-)
 
 


Santo Spirito
Generell hat mich Santo Spirito überzeugt, das Viertel ist nett, und ich geniesse hier auch eine Pizza auf die Hand vorm riesigen Palazzo Pitti und bummel über einen Flohmarkt. Aends esse ich auch hier in einem Restaurant am Piazza Carmine, esse Risotto, bin aber nicht so überzeugt. Es ist teuer, aber so richtig toll fand ich es nicht. Fas schon besser hat es mir da gefallen, am anderen Abend in der Altstadt bei einem der "Aperitivo" Buffets zuzuschlagen: Für 8 € gab es einen Aperol Sprizz und man konnte sich am kleinen, aber leckeren Aperitiv-Buffet bedienen.
 
 
 
 
Von Santo Spirito aus beginnt auch der Aufstieg zur Piazzale Michelangelo. Ich schlender die Via di San Niccolo hoch und in einer Toreinfahrt entdecke ich ein unscheinbares Schild "Giardion Vegni". Ich gehe hindurch, und tatsächlich, hinter den Häusern öffnet sich am Hang eine Art Park. Er ist völlig einsam, nicht wirlich hergerichtet, aber einfach wundervoll grün und ruhig. Ich suche mir eine Bank, esse meine Snacks und geniesse die Ruhe, bevor ich weitergehe.
 
Hier geht es zum "Geheimen Garten"

Dann mache ich noch einen Abstecher in den Giardino delle Rose. Neben den tollen Blüten eröffnet sich hier schon ein toller Blick auf Florenz. Von hier ist es nicht mehr weit zur Piazzale und darüber zu den beiden Kirchen. Ich schlender dort herum, zwischen Zypressen, statt mich auf der Piazzale zwischen Reisebussen und Souvenirverkäufern zu drängeln.
 
 
 


Streetart
Hinab geht es über den Serpentinen-Weg, und unten angekommen geht es weiter mit meiner persönlichen Bilderjagd. Wer mich zb auf Instagram verfolgt, weiss, dasss ich Streetart mag. Und in Florenz gibt es einiges zu entdecken. Neben kleinen Bildern vor allem auch die witzig "verunstalteten" Straßenschilder des Künstlers Clet.
 
 

Ich finde eine ganze Menge. Unweit des Arno in Oltroarno besonders viele. Hier, in der Via San Niccolo, hat er sogar einen kleinen Galerie-Laden, in dem ich auch ein paar Aufkleber und einen Magnet erstehe. Hier einige seiner Schilder. Welcher ist Euer Favorit?
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



Keine Kommentare:

Kommentar posten