Samstag, 28. Juli 2018

Tagebuch Wilder Westen in der Toskana

1. Tag
Nach der Ankunft am Vorabend und einem leckeren Essen geht es heute gemütlich los. (Allgemeine Infos hier). Wir frühstücken und bummeln gegen 9.15 Uhr runter zum Roundpen. Die Pferde werden eingeteilt, ich soll Geronimo reiten, einen Rappen mit viel weiß. Wir holen die Pferde von Weide, putzen und satteln. Mit Patricia reiten wir zwei Stunden aus, rund um die Casa, viel bergauf, klettern, einmal bergauf galoppiert. Lucy, der Hund, läuft mit. Danach Mittag, Zwiebelsuppe mit Tortellini, Salat, Schinken, Salami und Käse. Am Nachmittag fahren wir mit den Autos ins nahe Anghiari. Es ist berühmt für die alte schnugerade Römerstraße, die zum Ortskern bergauf führt und in deren Verlängerung zur Sommersonnenwende die Sonne steht. Wir bummelnd durch die kleinen Gassen und die Stadtmauer entlang, gönnen uns einen Cappuchino und ich bin echt angetan von dem Flair dieses Städtchens. Abends gibt es Quiches, u.a. mit Ziegenkäse, sowie Schweinebraten mit Spargel-Möhren-Gemüse. Dann noch ein bisschen rumpacken, sortiere Sachen aus die ich bei Ritt nicht brauche. Wir können alles in den Zimmern lassen. Ich bin gespannt auf die Tour...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und so ging es weiter....


2. Tag
Nach Frühstück und Pferde fertig machen geht es los. Hinab ins Tal, Richtung Anghiari, wieder bergauf. Zwischendurch immer mal Galopp. Dann, bei bergauf, gibt es leider einen Sturz. Das Pferd ist einfach gestolpert. Leider ist Reiterin etwas lädiert, und wir führen den Rest bis zum Mittagspausenplatz. Da dieise erst einmal ausfällt, läuft ihr Pferd die kommenden Tage als Handpferd mit. Wir machen Pause an so einerm überdachten Jagdstand, Stefano hat Mittag dabei, Thunfischsalatl und Tortilla. Die Pferde dürfen derweil grasen, es wurd einfach ein Paddock mit Flatterband abgesperrt. Abends Ankunft in Agriturismo Locanda del Viandante, schöner Blick, Aperitif mit Prosecco auf Terrasse, dann duschen. Teile mir ein 3er Zimmer. Rustikal eingerichtet, aber neues Bad und gemütlich. Zum Dinner gibt es Pasta mit Tomaten-Bolo, Schweinefleisch mit Rosmarin-Kartoffeln, zum Dessert Schoko-Brownie-Kuchen mit Erdbeeren. Nach ein paar Gläsern Wein, viel Gelächter und der Begegnung mit einem Hugo, einem Riesen-Krabbelviech auf der Toilette, falle ich ins Bett.
 
mal zu Fuß über Stock und Stein
Mittagspausenplatz
 
Feierabend
Das Prickelzeug wartet
 
 


3. Tag
Nach einem Frühstück mit leckerem Cappu und Kuchen machen wir Pferde fertig, die Nacht auf einer schönen Wiese verbracht haben. Wir reiten um ca. 9 Uhr los.Wieder viel bergauf, begab, einmal an einer Straße lang. Auf enem Bergkamm Sandwich- und Pipi-Pause. Wir reiten auch durch Caprese de Michelangelo, dem Geburtsort des Künstlers. Schließlich kommen wir an ein Kloster und "parken" unsere Pferde dort am Eingang. Wir erkunden es zu Fuß. Es liegt oben auf einem Berg und man hat einen tollen Blick. In der Kirche ist sogar gerade Messe und ich setze mich leise rein, ganz fasziniert von den Gesängen der Mönche. Diesen Ort, La Verna, schenkte 1213 der Graf Orlando Catani von Chiusi den Monte Alverna Franz von Assisi und seinem Orden. Ein Jahr später kam Franziskus das erste Mal an diesen Ort. Während seines Lebens wurden nur die Kapelle Santa Maria degli Angeli und mehrere einfache Hütten errichtet. An diesem Ort soll Franziskus 1224 die Wundmale Christi empfangen haben. Ich folge der Prozession der Mönche noch in eine kleine Kapelle, dann reiten wir weiter. Kurz durch den Wald, dann die alte Kloster-Steinstraße zu Fuß runter. Bin langsam ko. Ein Pferd muss neu beschlagen werden. Dann holt uns doch noch Regen ein. Wir kommen an einem Hügel raus. Unten ein Hof, in der Scheune satteln wir ab, lassen Pferde auf Wiese. Nass hoch zum Hotel. Ganz schick dieses Mal. Mit Wellness-Bereich, wo wir im Whirlpool die müden Muskeln ausruhen und ich kurz in die Sauna gehe. Zum Abendessen gibt es Salat, Ravioli mit Salbei, Wildschwein-Gulasch.
Trinkpause - Mey, das Muli
Auf Pilgerwegen unterwegs
Kloster La Verna
Pferdeparkplatz
Blick vom Kreuz
Brandzeichen von Geronimo
 

4. Tag
Beim Frühstück probiere ich mich mal durch verschieden Pecorinos durch. Lecker! Putzen unten an Scheune. Dann los. Wieder Richtung Kloster, es fängt an zu regnen. Ziehen uns Capes etc. an. Reiten durch das Dorf unterhalb vom Kloster. Es regnet in Strömen, Patricia läuft, da ihr Sattel nun auch nass ist. Es ist rutschig auf den Schieferplatten, das Wasser läuft wie im Bach. Auch ein Geröllweg bergab hat sich schon in einen Bach verwandelt. Dann hört es zwar langsam auf, aber wir finden weg nicht bzw suchen. Stefano hatte es wohl markiert. Letztlich folgen wir eine Wanderweg-Markierung und kämpfen uns durchs Unterholz. Wirklich Abenteuer. Endlich oben, haben wir tollen Ausblick und machen ein paar Fotos. Dann kommen wir an der Casita della Burraia an. Die Pferde kommen auf tolle Weide, leicht bergab, mit Bach. Leider müssen wir sie nochmal wiederholen, da eines der Pferde beschlagen wird und die anderen herbeischreit. Und immer in den nassen Klamotten und Schuhen, in denen das Wasser steht. Das Haus ist von 1175, und innen ist es mehr als urig, geradzu historisch. Im Riesen-Kamin, in dem man stehen könnte, wird Feuer gemacht und wir drapieren die nassen Sachen drumrum. Die Zimmer sind mit antiken Möbeln ausgestattet, die wohl schon immer da standen, und es gibt nur Licht in dem kleinen Bad, im Schlafzimmer selbst laufen wir mit Kerzen umher. Zum Essen gibt es Penne mit Zucchini-Blüten und Safran. Dann gibt es einen Haufen Teller mit verschiedenen Antipasti, durch die wir uns durchprobieren, eingelegte Artischoken, gefüllte Tomaten, Fleisch in Essig, Käse, frittiertes Kaninchen. Zum Dessert Kuchen, dann selbstgemachten Likör mit Kirschen - die haben es in sich. So kommt es sogar, dass ich mit meine inzwischen getrockneten Einlegesohlen "schmuse"
Abritt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


5. Tag
Um 7 Uhr aufstehen. Wieder schön in der entspannten Wanderritt-Routine angekommen. Reiten heute mit Stefano. Hoch auf einen Berg mit Funkmast, dort voll der Nebel. Wir machen Einzel-Galoppaden zum Filmen. Mittag halten wir am Agriturismo vom ersten Tag, essen dort auf Terrasse unsere Sandwiches. Reiten hinab in eine Ebene und machen dort viele lange Galoppaden. Voll schön! Dann wieder Ankunft an einem alten Haus, das mal eine Art Wehrturm war. Auch hier ein Pool und Blick über Stausee. Kaum sind Pferde abgesattelt, regnet es aber. So machen wir uns drin im Esszimmer über Antipasti her. Danach draußen Zauberstimmung mit Regenbogen. Es wird für uns gekocht. Da es eigentlich ein Self-Catering Haus ist, wird uns Essen leider auf Plastikgeschirr serviert, weil der Wirt sich wohl Abwasch sparen will. Es gibt Gnocchi mit Trüffeln, Schweinefleisch in Milch und Cantucchini. Trinken noch Wein und quatschen. Morgen geht es schon zurück nach Bivignano! Wir Mädels schlafen alle oben zusammen in einem Zimmer, Mini-Wendeltreppe geht hinauf. Schlafe aber sehr gut, nach so viel Essen, Wein und frischer Luft!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

6. Tag.
Machen uns Kaffee mit den Espresso-Maschinen, der Vermieter bringt Croissants. Dann Pferde von der riesigen Hangweide geholt - als Stefano sie ruft, kommen sie alle aus dem Nebel. Reiten wieder durch Ebene und queren Fluss. Lange Galoppaden. Fresspause auf Wieser unterhalb von Anghiari. Dort wächst viel Minze, es riecht, als ob die Pferde Kaugummi kauen. Dann müssen sie aber nochmal richtig kraxeln, über geröllige Pfade hoch zur Casa. Um ca. 16.15 sind wir da. Patricia hat im Radio "Congratulations" laufen und jeder kriegt Schnäpschen. Pferde versorgen. Dann duschen und dann letztes Dinner zusammen. Raukensalat mit gefüllten Schinkenröllchen, Omelette, Lasagne, Erdbeereis. Spielen noch ein Ratespiel mit Musiktiteln. Wir lachen viel. Am Ende verunfalle ich zwar auch noch - ich laufe gegen eine der Glasscheiben - aber selbst mit Platzwunde am Auge vergeht mir das Lachen an diesem Abend einfach nicht. Es war einfach wundervoll!
Anghiari again...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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