Dienstag, 28. Mai 2019

Sightseeing in Dublin - Bücher, Poeten und Brüste

Bei meinen Trip nach Dublin (hier der erste Teil zu Kulinarischem) machten wir Sightseeing eher so "nebenbei" und fast immer zu Fuß. Der Stadt fehlt irgendwie so ein richtiges monumentales Wahrzeichen, ihre Besonderheiten offenbart sie eher nebenbei und im Kleinen, und das macht ihren besonderen und daher authentischen, weniger touristischen und "instagramtauglichen"-Hotspots ärmeren Charme aus, wie ich finde.

Aber ganz oben auf meiner Liste stand dann doch ein ganz gezielte Besichtigung, nämlich die des Trinity Colleges. In der dortigen Biblitohek liegt nämlich zum einen das Book of Kells.
Das darf man nicht fotografieren, und so könnte man es fast übersehen in all den Vitrinen. Auch ich war da, trotz Literaturgeschichtlichem Studium, nun nicht soooo brennend daran interessiert, doch nahm ich mir die Zeit für einen genaueren Blick. Und es ist schon Wahnsinn, wie ordentlich und fein und eben wie gedruckt die Seiten per Hand beschrieben und die Initialien ausgestaltet sind. Es sind 680 Seiten, beinhaltet die vier Evangelien und schon im Jahr 800 entstand, vermutlich in einem Kloster auf der schottischen Insel Iona.

Hinter dem Book of Kells geht es dann die Treppe hoch in den großen Saal, den Long Room, der Bibliothek, Ziel etlicher Fotojäger (Eintritt ca. 12 Euro, Infos hier). Auch ich bin da einer von, das gebe ich zu. Allerdings mag ich von jeher diese großartigen Räume, voll mit wertvollem Wissen und mit akkuraten Reihen voller Bücher. Es ist fast wie in einer Kathedrale.
Daher nun hier ein paar Bilder, bevor wir zu einem berühmten irischen Dichter kommen.
 
 
 
 
 
Werke von Oscar Wilde (1854-1900) stehen da wohl noch nicht drin. Aber der berühmte Dandy, vielzitiert ("Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen")  ist einer der berühmtesten Söhne der Stadt. So ging es vom College weiter zum gregorianischen Merrion Square, wo er lebte und auch sein ungewöhnliches Denkmal steht.
 
Lässig liegt er da, ein Lebemann durch und durch. Ihm gegenüber Säulen mit einigen seiner bekanntesten Aussagen. Übrigens waren seine Werke eine Zeitlang in Irland verboten...
"Ich habe nichts zu verzollen ausser meinem Genie"
 
 
 Aber Dublin wäre nicht Dublin, wenn es nicht auch ein Herz für die "einfachen" Leute hat. Und auch denen ein Denkmal setzt. Ich bin mir sicher, jeder von Euch kennt ein Irish Pub. dass Molly Malone heisst. Aber wer ist das überhaupt? Nun, fast zufällig kamen wir an der Ecke des College zur Grafton Street an einer Statue vorbei, die eben diese Molly zeigte. Sie war die Tochter eines Fischhändlers aus Temple Bar, die nachts keine Meeresfrüchte, sondern ihren Körper verkaufte und angeblich 1699 starb. In der gleicnamigen Ballade wird ihre Schönheit besungen. Das sie dem Schreiber ins Auge fiel, mag auch ihrem üppigen Dekollete zu verdanken sein - wenn das so war, wie bei dem Denkmal dargestellt. Denn das ist ziemlich offenherzig. Allerdings wird es wohl ein Geheimnis bleiben, ob sie wirklich gelebt hat....
Ich konnte nicht widerstehen...
 
 
Auch Kirchen und Religion spielen in Irland eine große Rolle. Ich schaute mir noch die St. Patricks Kathedrale an, in der die Familie Boyle ein vierstöckiges Grab gebaut hat. Vor der Kirche soll der Heilige Patrick 450 Menschen getauft und zum Christentum bekehrt haben.
Familie Boyle
 
 
Eher zufällig kamen wir an der Christ Church Kathedrale vorbei, in der mich besonders die liegende Skulptur faszinierte. Ist das Jesus?
Kunst hat ja viele Gesichter, und so freute ich mich auch immer etwas Streetart zu entdecken:
Big Trash Animal von Bordalo
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar posten