Sonntag, 29. Oktober 2017

Venedig von A-Z , 1. Teil

Mein Venedig-Trip ist schon eine Weile her, aber das "echte" Leben hat mich bisher vom Schreiben abgehalten. Ich war vor 17 Jahren schon mal einen Tag dort, während einer Interrail-Tour, und kannte die wichtigen Plätze. Dennoch war eine Wiederholung ein großer Wunsch - in Ruhe, mehr Zeit zum Fotografieren etc. Die Stadt mit ihrem morbiden Charme hat mich in ihren Bann gezogen. Zwar war es hoffnungslos überfüllt, besonders an den Hotspots, aber kaum lässt man sich treiben, ist man plötzlich auch mal allein in einer schmalen Gasse (die durchaus trotzdem der richtige Weg sein kann, z.B. zu einer Anlegestelle).
Hier nun meine Liste für die Lagunenstadt:


A wie ACTV
Die Verkehrsgesellschaft betreibt die Wasserbusse, Vaporettos genannt, und Busse nach Venedig Mestre. Es lohnt sich in jedem Fall, eine Mehrtageskarte zu kaufen. Man kann diese im Voraus kaufen und an jedem Automat mit einem Code in ein Ticket umtauschen. Das hält man dann bei den Einstiegen immer an eine Lesegerät am Eingang. Einzeltickets sind viel zu teuer, und ausserdem macht es Spaß, einfach wie man lustig, ist, mal eben auf ein Boot zu hüpfen und hin- und herzufahren oder einfach einen Kanal zu überqueren.

B wie Burano 
Diesen Ausflug - auch per (überfülltem) Vaporetto - hatte ich mir gewünscht. Man könnte ihn auch Instagrammer-Ausflug nennen. Die Insel, noch hinter der Glasbläserinsel Murano gelegen, bezaubert mit knallbunt gestrichenen Häusern. Warum und seit wann das so ist weiß ich leider nicht. Jedenfalls kann man dort wundervolle Fotos machen - und posierende Asiaten und andere Instagrammer beobachten. Und einen schiefen Kirchturm und ein paar ruhige Ecken mit Blick auf die Lagune gibt es auch noch.
 
 
 
 
 


C wie Canale Grande
Der berühmteste Kanal mit tollen Palazzi ist ziemlich breit und hat wenig mit den schmalen Kanälen zwischen anderen Häusern zu tun. Ihn auf- und abzufahren ist einfach ein Muss. Tagsüber und Nachts, und immer wieder entdeckt man andere tolle Häuser.


D wie Dorsoduro 
Dieser Stadtteil auf dem Zipfel südlich von Markusplatz und Canale Grande ist der Kunst-Ort Venedigs. Hier findet man z.B die Guggenheim-Collection. Auch wenn man automatisch an Skulpturen vorbeikommt, möchte ich Dorsoduro aber nicht für die Kunst empfehlen. Sondern um an die Spitze zu laufen, vorbei an Santa Maria de Salute, und ganz vorn den Blick hinüber zum Dogenpalast zu geniessen.
 
 

 
 
E wie Essen
Verhungern tut man in Venedig nicht, auch nicht mit schmalem Geldbeutel. Es gibt Mc Donalds und viele Imbisse, oft Pizza zum Mitnehmen. Das haben wir auch einmal gemacht und sie war richtig lecker. Leider habe ich den Namen vergessen und finde es auch nicht mehr im www. Aber z.B. Happy Pizza sah auch gut aus. Beinahe gerieten wir aber auch in eine Touri-Falle. Kellner erst nett, dann bekamen wir Tisch am Durchgang, ne olle Karte mit viel zu viel und allem drauf und recht teuer. Wir sind aufgestanden und gegangen. Schließlich waren wir im Al Vecio Canton, eine kleine Trattoria ohne "Menü Touristico". Meine Gnochetti mit Jakobsmuscheln waren lecker, nur die Portion war etwas klein.
 

F wie Fliegen
Venedigs Flughafen Marco Polo ist nicht weit weg vom Zentrum - und man kann von dort bereits mit dem Boot fahren. Billigflieger, wie meiner auf dem Rückweg, fliegen aber nach Treviso. Das ist aber nicht weiter schlimm. Vom Bahnhof Mestre fahren Airport Busse dorthin, es dauert nur 45 Minuten.

G wie Gondeln
Sie gehören einfach zu Venedig dazu. Ja, sie sind nur noch für Touristen da. Aber trotzdem. An jeder Ecke werden Fahrten angeboten, es kostet 80 Euro für eine halbe Stunde. Ich bin nicht gefahren, habe die Gondeln mehr als Fotomotiv genutzt. Es kann schon romantisch sein, wenn man nicht gerade im Gondel-Stau steckt. Aber es fahren auch Gruppen mit. Eine Mini-Gondelfahrt für 2 Euro kann aber jeder machen: An einigen Stellen gibt es sog. Traghetti, öffentliche Gondeln, mit denen man einen Kanal überquert. Gibt es an mehreren Stellen am Canale Grande, etwa am Ca d'Oro.
Aperol Sprizz gegenüber einer der letzten Gondelwerften

Auf dem Traghetto
H wie  Hostel/Hotel
Es ist teuer in Venedig. Ich hatte über einen Aktion einen tollen Gutschein für das nagelneue A&O Hostel Venedig Mestre. 2 Nächte für 2 Personen für insg. 50 Euro im Hotelzimmer. Das Hostel ist riesig, sehr modern eingerichtet. Da wir eine der ersten Gäste waren war alles noch top. Da es aber recht "billig" gebaut und stark frequentiert ist, weiß ich nicht wie das in ein paar Monaten aussehen wird. Der Preis war also unschlagbar. Allerdings liegt es in Mestre, also nicht im historischen Teil, und zwischen Autobahn und Bahngleisen. Im Zimmer war es aber leise, und mit dem ACTV Bus ist man in 10 Minuten am Piazzale Roma. Für die dritte Nacht musste ich noch ein Hotel suchen und wollte zum Ausgleich unbedingt eines zentral. Die waren alle viel teurer. Ich entschied mich für Domus Ciliota. Das EZ kostete mit Frühstück 75 Euro. Die Zimmer waren einfach, groß und sauber, aber mit Jugendherbergscharme. Das Frühstück war gut. Die Lage auch super, total ruhig, aber nicht weit bis zum Markusplatz.  
Domus Ciliota
AO Hostel Mestre




I wie I Frari  
S wird die Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari genannt. Der wuchtige Backsteinbau im Viertal San Polo wirkt nüchtern, aber ein Besuch lohnt. Monumentale Grabmöler für Canova und Tizian sowie dessen berühmtestes Gemälde, die Himmelfahrt Mariens, sind zu sehen. Es kostet 3 Euro Eintrit.




J wie Juden
Leider haben wir es nicht ins Judenviertel geschafft. Zwar leben dort heute nicht mehr die meisten der venezianischen Juden, aber es gibt mehrere Synagogen. Das Wort "Ghetto" hat hier übrigens seinen Ursprung,  

K wie Kaffee
Italien und Kaffeeliebhaber passen super zusammen. Den Cappuccino am Markusplatz, beschallt von Orchestermusikern in abgetragenen Fräcken, haben wir uns gespart. Einfach dahin gehen, wo Italiener im Stehen ihren Kaffee trinken. Da kostet weder der Espresso noch ein Cappuccino viel. Selbst am Touri-Hotspot, dem Busterminal Piazzale Roma, haben wir so an einem Eck-Bistro lecker und günstig gefrühstückt. Kaffee, frischen O-Saft und total super Teilchen und belegte Brötchen.

L wie Liberia Acqua Alta
Neben Burano ein weiterer Foto-Hotspot. Die vollgestopfte Buchhandlung mit Bergen an Büchern sollte Eintritt verlangen. Ich weiss nicht wie die dort überleben, da die meisten nur Fotos machen und dann verschwinden und nichts kaufen. So wie ich zugegebenermaßen auch...
 
 
 
 

M wie Mela Verde
Eis, Gelato, das muss sein in Bella Italia. Die Auswahl in Venedig ist groß. Ich verließ mich mal auf Bewertungen im Netz und suchte La Mela Verde auf. Die kleine Eisdiele, nur mit Straßenverkauf, macht wirklich super Eis. Überschaubare Auswahl, alles hausgemacht. Wir gingen sogar 2x hin. ich probierte das Pistazien Eis obwohl ich das eigentlich gar nicht mag - und war begeistert. Auch die Sorte Marrakesch war super. 

So, den zweiten Teil vom Alphabet gibt es beim nächsten Mal.... 

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