Sonntag, 29. Januar 2017

Peru: Von der "Sexy Woman" bis ins hübsche Ollantaytambo - die Monumente der Inka

Wer nach Peru fährt, kommt an den Inkas und ihren Hinterlassenschaften nicht vorbei. Dabei gibt es zwei Varianten. Zum Einen die Ruinen der Festungen, zum anderen Gassen und Grundmauern in den Städten, auf denen die spanischen Eroberer dann ihre Häuser und auch Kirchen errichteten. Hier werde ich zeigen, wo wir überall waren - und ob der Machu Picchu seinem Ruf gerecht wird. Neben diesen touristischen Hotspots haben wir während der Reittour auch Inka-Stätten entdeckt, teilweise menschenleer. Mehr dazu hier.

Jetzt kommt mit und entdeckt lauschige Gassen und die riesigen Vorratsräume der Inka:

1. Raqchi
Auf der langen Fahrt von Puno nach Cusco stoppten wir in Raqchi. Schon von weitem sieht man eine hohe Mauer, die an ein Viadukt erinnert, Es ist aber die mittlere Mauer eines großen Tempels, die zusammen mit 22 Säulen ein großes Dach trug. Man betritt die Anlage über einen Marktplatz mit Kirche, auf dem schon auf die Touristen gewartet wird und man alles kaufen kann vom Sonnenhut bis zum Kühlschrankmagnet. Hinter der hohen Mauer kann man dann die gut erhaltenen Silos entdecken, in denen Mais und Getreide gelagert wurden. Wir hatten unsere Führung in der Mittagshitze, und in den runden Silos erwartete uns eine angenehme Kühle.
 

 

2. Saqsaywaman
Oberhalb von Cusco liegt diese gewaltige Anlage. Unser Guide Jaime brachte uns den Namen durch eine lustige Eselsbrücke näher, denn es wird gesprochen wie "Sexy Woman". Die riesigen Mauern sind im Zickzack gebaut, und in ihnen finden sich riesige Steine, bis zu 300 Tonnen schwer. 1536 hat dort eine heftige Schlacht zwischen den Inkas und den Spaniern stattgefunden. Gegenüber der Mauern erhebt sich ein felsiger Hügel, auf dem oben ein Thron in den Fels gehauen ist. Dort hat der Herrscher auch gesessen und den Arbeitern beim Schuften zugesehen.
 

3. Cusco
Die Stadt selber ist auch ein Inka-Relikt, war sie doch die Hauptstadt des Reiches. Und ist die am längsten dauerhaft bewohnte Stadt des Kontinents. Wo früher Inka-Tempel standen, erheben sich heute Kathedralen und Kirchen sowe koloniale Häuser. Doch überall sieht man das Pflaster und die Mauern aus alten Zeiten. Vom großen Plaza de Armas führt eine Gasse entlang, an der die Mauern des ehemaligen Inka-Palastes emporragen. In dieser Mauer findet sich auch der berühmte, viel fotografierte 12-eckige Stein. Wer weiter hoch geht, landet im Viertel San Blas, wo die engen Gassen teilweise zur Falle für Autos werden oder gar ganz gesperrt sind.
 
 
 

4. Pisac
Die Anlage auf einem dreieckigen Plateau im Heiligen Tal lockt Busladungen an. Auf der breiten Auffahrtstraße wird geparkt, Straßenhändler verkaufen alles was geht. Frischgepresster Orangensaft war für uns nach der Besichtigung eine willkommene Erfrischung. Beeindruckend sind die immensen Terrassenanlagen rund um die eigentliche Anlage mit Tempeln, Wohnhäusern und Militärgebäuden. Die Terrassen der Incas prägen die ganze Andenlandschaften. Fast gebetsmühlenartig haben unsere Guides immer wieder wiederholt, dass die damals dort Kartoffeln, Mais und Getreide angebaut haben. 





5. Ollantaytambo
Der Ort wird überragt von Ruinen, die als Festung und Tempel dienten. Aber auch der Ort selbst ist ein wundervolles Beispiel einer Inka-Siedlung. Denn hier sind die alten Gassen samt Wassergräben gut erhalten, und man wunderbar herumbummeln. Wer in die Höfe hineingeht, sieht, wie die Häuser angelegt sind: Rund um eine gepflasterteten Innenhof liegen die Wohnhäuser. In einen der recht dunklen Wohn-/Schlafräume besichtigten wir, inklusive auf dem Boden herumwuselnder Meerschweinchen, die dort mit den Menschen leben. In einem anderen Hof, markiert durch einen Stecken mit roter Plastiktüte, besuchten wir auch eine Chicha-Kneipe, die quasi im Wohnzimmer einer älteren Frau stattfand. Chicha ist Bier aus fermentiertem Mais und wird von den Frauen hergestellt, um sich etwas dazu zu verdienen. Wer Chicha fertig hat, zeigt dies durch die rote Tüte, und Nachbarn und Besucher kommen vorbei, trinken ein Glas und füllen sich etwas ab. Da wir den Ort sehr mochten und uns gern durch die Gassen treiben liessen, blieb gar nicht viel Zeit für die Besichtigung der Ruinen. Wir schauten uns die Terrassen nur von unten an. Dort gibt es aber auch schon etwas zu sehen, Gebäude mit den typischen trapezförmigen Eingängen und Fenstern (hält besser bei Erdbeben) und der schöne Brunnen im Wassertempel mit den modern anmutenden geometrischen Mustern. 
 


  


Anmerkung: Die Festungen kosten alle Eintritt. Da dies in unserer Tour inkludiert war, kann ich leider nicht genau sagen, wie viel. Laut Reiseführer ca. 130 Soles für Erwachsene, ca. 35 Euro z.B für Pisac.

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