Mittwoch, 14. Dezember 2016

Frysland - eine Heldin auf vier Hufen

Typisch friesisch: Apfelkuchen mit Frysland-Flagge
Während meiner Teilnahme am Bloggerevent im Rahmen des Horizontoer-Festivals blieb auch Zeit, neben der Insel Ameland das Festland zu entdecken. Ja, dort ist es sehr ländlich. Aber ich lernte eine echte Pferdeheldin kennen, und entdeckte ein holländisches Bilderbuch-Städtchen. Lust auf Gänsehaut-Geschichte und Windmühlen-Kitsch? Kommt mit!

1. Heldin auf vier Hufen
Platte grüne Landschaft, ein Deich und ein Denkmal für das "Deichamt", das hier an Hollands Küste so wichtig ist - wir rumpeln im Anhänger, gezogen von einem Traktor, über die Feldwege. Leider ist die Tour mit dem netten Landwirt nur auf niederländisch. 
Das ist schade, denn immerhin machen hier auch viele deutsche Familien Urlaub. Doch als ich irgendwas mit Pferden verstehe, hake ich bei unserer Begleitung nach. Und so erfahre ich, dass hier vor rund zehn Jahren eine spektakuläre Pferderettung stattgefunden hat. Eine Herde ist auf der Weide von einer Flut überrascht worden und wurde vom Wasser eingeschlossen. Rettungsversuche per Boot scheiterten. Erst als ein paar mutige Reiterinnen mit ihren Pferden zu den Tieren ritten und sie als Herde durch das Wasser führten, konnten sie das Festland erreichen. Ich erinnere mich, dass mir das Video dazu schon mal bei Facebook gezeigt wurde (als Pferdefan passt so etwas zum Profil). Ich bekomme Gänsehaut bei der Erinnerung daran. Hier für Euch der Link:
An einer Deichdurchfahrt sind im Boden Hufabdrücke aus Metall eingearbeitet - ein Denkmal, das an den Vorfall und vor allem die gestorbenen Pferde erinnert. Als wir dann mit dem Trekker wieder auf den Hof einfahren, wartet mein persönliches Highlight: Auf der Wiese steht Freya, eine Schimmelstute, die damals bei der Rettung mit dabei war. Sie lässt sich streicheln und fotografieren, und ich freue mich sehr, sie kennen zu lernen.

Die Rettungsaktion - im eiskalten Wasser - war weder für Pferde noch Reiter ungefährlich. Es ist nicht leicht, freilaufende Pferde zu händeln, auch wenn sie vom Instinkt her hintereinander her laufen. Ich weiss nicht, ob ich mutig genug gewesen wäre.

2. Dokkum 
Holland im Mini-Format: Eine kleine Stadt mit Grachten, einer Windmühle und netten Cafés. Hier lasse ich meine Zeit in Holland ausklingen. Nach den Nächten auf dem Boot gibt es ein richtiges Hotel. Es ist modern und zweckmäßig, leider ist das Zimmer in einem Nebengebäude. Die Snacks im Restaurant sind jedoch richtig gut.

 Die Stadt ist schnell zu Fuß zu erkunden, und neben der obligatorischen Windmühle entdecke ich ein winziges Häuschen. 
 
Etwas moderner und größer ist die Bonifatius-Kapelle, die für Konzerte genutzt wird. Bonifatius wurde 754 in Dokkum ermordet.
 
Kleine Heimatmuseen können ja manchmal etwas öde sein. Doch hier in Dokkum sorgte eine kurzweilige Führung für Spannung. Besonders witzig fand ich die Abteilung mit der traditionellen Kleidung. Die Frauen trugen große Scheiben aus Silber und Gold am Kopf - das war sozusagen ihre Mitgift und ihre Absicherung, falls dem Mann etwas passierte.
 

Das kleine Städtchen, abseits von jedem Rummel, bietet sich als Stop auf jeden Fall an. Holland im Klein-Format ohne Touristenmassen. Und bei meinem Spaziergang haben mich die Passanten und Anwohner alle freundlich gegrüßt, so, als würde ich dazugehören. Darauf noch einen Apfelkuchen!

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