Mittwoch, 16. September 2015

Citytrip Kopenhagen - Wie teuer ist die Stadt?

Nyhavn, das wohl bekannteste Motiv der Stadt
Letztes Wochenende musste ich einfach mal wieder raus. Nur Samstag/Sonntag, ohne etwas von meinem kostbaren Urlaub zu opfern. Meine Wahl fiel schnell auf Kopenhagen, da es nicht weit ist von Hamburg und zwei Kolleginnen schön öfter dort waren und von der Stadt schwärmten. So ging es zum zweiten Mal in diesem Jahr nach Stockholm in den skandinavischen Norden.
 
Wie teuer ist Kopenhagen?
Dem Satz "Kopenhagen ist schön" folgt meist auch der Nachsatz "...aber teuer". Eigentlich nicht das richtige im Moment für mich, da mein Budget mehr als knapp bemessen war.
So sparte ich zuerst einmal so gut es ging bei Anreise und Unterkunft. Von Hamburg aus kann man sehr günstig und auch zu guten Wochenenendtrip-Zeiten mit easyjet nach CPH fliegen. Ich hatte den Zeitpunkt aber verpasst und der Freitags-Flug kostete dann doch zu viel. Auch mit dem Zug kann man direkt dorthin fahren, erwischt man das "Europa-Spezial" für 29 Euro pro Strecke, geht das auch. Aber auch dort hatte ich kein Glück, so blieb der Fernbus. Für sagenhafte 38 Euro für Hin- und Rückfahrt inklusive Fähre (Scandlines, dort fährt auch der Zug rauf, man muss während der 45 min Überfahrt den Bus und das Autodeck verlassen).
"Überbordgabe" - wieder ein neues Wort gelernt...
Der Nachteil: Aufgrund meines Jobs blieb nur die Nachtfahrt. Start um 23.20, Ankunft um 4:30 in der Frühe. Was folgte, waren anderthalb Stunden Zeit totschlagen am Bahnhof, zusammen mit Partygängern und den üblichen Obdachlosen, und eine ziemlich müde Uta, die noch einen ganzen Tag Sightseeing vor sich hatte. Immerhin hatten Mc Doof und andere auf, ich gönnte mir um 6 dann ein kleines Frühstück in der Filiale von Lagkagehuset, eine beliebte Bäckereikette - und zahlte dafür "nur" 4,70 Euro.
Frühstück am Bahnhof, morgens um 6.
Ein Mittagschlaf, nachdem ich endlich einchecken konnte, musste dann aber sein. Ich übernachtete im "Woodah Hostel" für 38 Euro mit Frühstück, welches ausreichend und gesund war.
Ein gutes Angebot für die Stadt, auch die Preise des Woodah Cafés im Aufenthaltsraum waren günstig.  Hotels, besonders Einzelzimmer, waren richtig teuer, und bei AirBnb findet man zwar nette Angebote, die sich aber auch nicht für Alleinreisende rentieren. Das Hostel ist empfehlenswert, man muss es aber bissi alternativ mögen. Es ist alles Marke Eigenbau, die Betten Kojen aus Sperrholz, so dass man etwas Privatsphäre hat. Ich war nur im 4-Bett-Zimmer, aber leider war alles sehr hellhörig und die Türen nur dünne Schiebebretter, so dass das eigentlich nichts zur Sache tat. Zudem sind die Zimmer teilweise Durchgangszimmer und die Toilette hinter dem gemütlichen Aufenthaltsraum, so dass ich die Raumaufteilung etwas unglücklich empfand.
Woodah Bar
Aufenthaltsraum
Aber es war alles sauber, Bettwäsche war im Preis enthalten, die Gäste allesamt angenehm. Das Hostel ist im Souterrain, und direkt gegenüber eine beliebte Kneipe, wo nachts viele Leute draussen sassen. Ich war gottseidank so müde dass ich trotz dieser Geräusche und einem Schnarcher im Zimmer mit Ohropax ziemlich gut geschlafen habe in meiner "Box" - leider fehlte dort ein Vorhang am Fußende, damit wäre die Privatsphäre da drin perfekt.
Die Schlafkojen
So war ich mit knapp 80 Euro Fixkosten dabei. Aber ich kam nicht umhin, trotzdem relativ viel Geld auszugeben, und dass, obwohl ich sogar den Versuchungen der Shoppingmeile Stroget widerstand. Aber Lebensmittel und demnach Essen und Trinken kosteten dann doch mehr als gedacht, hinzu kamen Eintritte, wobei ich nur 3 mal ein Ticket kaufen musste. Erschwerend hinzu kam, dass ich anfangs überhaupt kein Gefühl für den Umrechnungskurs hatte. Daher meine Empfehlung, einen Umrechner auf dem Handy oder eine ausgedruckte Tabelle zu nutzen (gibt es etwa im handlichen Format hier). Geld abheben ist kein Problem mit ec-Karte, auch bezahlt habe ich teilweise damit. Ein Kaffe kostet ab etwa 35 Kronen, das sind immerhin ca. 4,60 Euro!
Ein Hotdog immerhin auch 27 Kronen, also etwa 3,50 Euro. Die "Pølsevogn", also die mobilen Hotdog-Wagen, stehen auf Plätzen und an Kreuzungen. Die knallroten Würste samt Brötchen sind sicher nicht ökologisch wertvoll, aber lecker und nahrhaft und als günstiges Mittagessen echt zu empfehlen.
Ein 1-Stunden-Ticket mit Öffis im Citybereich kostete 24 Kronen, also ca. 3,20 Euro. Beim Essen sind nach oben keine Grenzen, immerhin ist auch das weltbester Restaurant der Welt, das NOMA, in Kopenhagen. Mehr Preise dann in den folgenden Abschnitten über die einzelnen Stadtteile. Ich habe insgesamt vor Ort nochmal etwa stolze 100 Euro ausgegeben - für mehrere Kaffes, zwei süße Teilchen, Hotdog, drei Eintritte, ein Abendessen, ein Mittagessen, Getränke, ein obligatorischer Souvenir-Magnet, ein Frühstück, Eis und Havnebus. Das Geld war schneller weg als gedacht, und ich habe wirklich nichts Teures im Visier gehabt und habe nicht mal Alkohol getrunken. Also ja: Die Stadt ist teuer. Teurer als Hamburg, immerhin auch eine Metropole, und das auch in Nicht-Touristischen Läden. Ich weiß nicht, wie die Dänen das machen. Immerhin ist es auch eine Studentenstadt, aber keine Ahnung, wie die sich dort das Leben auf Dauer leisten können. Man sollte also bei einem Trip nach CPH ausreichend Budget für Essen und Trinken einplanen, um einerseits auch mal was genießen zu können, und um andererseits nicht erschrocken zu sein, denn selbst "Snacks" haben ihren Preis.
Nun aber auf in die einzelnen Stadtteile, die ich erkundet habe - Innenstadt, (etwas) Norrebro, Vesterbro und Christianshavn. Die Blogposts folgen in den kommenden Tagen. Dort findet Ihr dann konkrete Tipps zu Sehenswürdigkeiten, Lokalen, Flair und Shopping. Übrigens: Ich habe alles zu Fuß gemacht, bin nur einmal mit dem Hafenbus-Boot gefahren, aber auch da hätte man laufen können.
Havnebus an der neuen Bibliothek (links)
Nicht nur, um Geld zu sparen, sondern auch, weil man dabei die Stadt und kleine Dinge oder nette Straßen entdecken kann, war das toll. Und von den Entfernungen her kein Problem - die Stadt ist überschaubar und daher ideal für einen Wochenendtrip. Zur Orientierung nutze ich Ullmon Citymaps auf dem Handy (offline nutzbar!) oder auch gern den guten alten kleinen Faltplan aus dem Reiseführer, um Handyakku zu schonen. Zudem stehen überall Schilder zu den Sehenswürdigkeiten, samt Entfernung. Eigentlich ist Kopenhagen ja die Fahrrad-City schlechthin und das macht sicher auch Spass (Räder kann man überall leihen), aber ich hatte ja Zeit und bin gern gelaufen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten