Mittwoch, 3. Februar 2016

Ein Tag in Stralsund

Rathaus und Nikolaikirche
Vor kurzem war ich ja in Stralsund, ein kleiner Trip zum Geburtstag. Warum Stralsund? Nun ja, die Stadt ist gut erreichbar, hat ein paar Sehenswürdigkeiten zu bieten und wir haben eine schöne Möglichkeit für einen Wellnesstag - im Hansedom - gefunden (siehe hier). Eigentlich war es aber so, dass mir die Stadt in Erinnerung geblieben ist, seit ich vor ein paar Jahren auf dem Weg nach Rügen vorbeikam. Ja, Stralsund ist das Tor zu dieser Insel, mit ihr durch die große Autobrücke verbunden. Vom Auto aus sah ich die Silhouette Stralsunds mit den Kirchtürmen und dachte sofort wow, das sieht nach einer schönen Stadt aus. Nicht umsonst gehört die Altstadt, zusammen mit der Altstadt Wismars, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nun war es so weit, und trotz eisiger Temperaturen, war es eine gute Entscheidung - vorausgesetzt man mag Mittelalterliches und Maritimes. Begleitet mich einen Tag lang...


Vormittag, 10 Uhr:
Um sich einen Überblick zu verschaffen, bietet sich die Turmbesteigung an der St. Marienkirche am Neuen Markt an (Geöffnet 10-12 und wochentags auch 14-16 Nov.-März; April - Oktober 9-18 Uhr). Die größte der drei Stadtkirchen neben Nikolaikirche und Jakobikirche bietet ein relativ schlichtes, aber imposantes Inneres. Die Turmbesteigung über 366 Stufen führt zunächst über eine steinerne Wendeltreppe, dann im Glockenturm noch über Holzstiegen auf die Aussichtplattform in 104 Metern Höhe. Ein eisiger Wind fegt, aber unter uns breitet sich die Altstadt, die See und die Rügenbrücke aus. Der Aufstieg kostet 4 Euro.
Übrigens kann man am Neuen Markt auch parken, für 50Cent pro halbe Stunde. Die Parkplätze und Parkhäuser sind gut ausgeschildert.
 
 

"Wege der Backsteingotik"

 Mittags:
Wir bummeln durch die Altstadt, in der historische Gebäude sich quasi aneinanderreihen. Neben den Kirchen finden sich hier zwei alte Klöster, das Rathaus mit der Schaufassade und viele Giebelhäuser, die vom einstigen Reichtum der Bürger zeugen, etwa das Dielenhaus. Aber auch das kleine Pfarrhaus an der Nikolaikirche ist mit einem pittoresken Giebel verziert.
Am Neuen Markt

Rathaus
Nikolaikirche
 
 
 
Rathaus-Galerie

12.30 Uhr: 
Da es kalt ist, brauche ich was deftiges zum Mittagessen. Unweit der Hinterseite vom Rathaus, in der Badenstraße, entdecke ich das Schild der "Kantine". Im Kellergewölbe gibt es guten und günstigen Mittagstisch, immer zwei, drei Gerichte zur Auswahl. Passend zum Wetter entscheide ich mich für Grünkohl mit Wurst, dazu ein Tee - alles für 5 Euro. Angestellte, etwa einer nahegelegenen Bank, kehren hier offenbar auch zum Mittag ein.

Früher Nachmittag:
Der Spaziergang führt nun zum Hafen. Dort liegt unter anderem das ehemalige Segelschulschiff "Gorch Fock1", das man heute besichtigen kann - oder wo man heiraten kann. Wir verzichten auf die Besichtigung und suchen uns in den Hafengebäuden, alte Speicher, ein Café. Das Café Gumpfer liegt direkt neben dem Ozeaneum, dessen moderne Fassade den Hafen dominiert. Konditor-Torten in der Vitrine machen die Auswahl schwer. Meine Erdbeer-Sahne-Torte lässt keine Wünsche übrig.

Rügenbrücke
Ozeaneum
Gumpfer

15.30 Uhr:
So gestärkt, gehen wir nebenan ins Ozeaneum. Das Aquarium/Museum hat erst 2008 eröffnet. Der Eintritt ist mit 17 Euro nicht gerade ein Schnapper, aber wir sind auch stundenlang darin beschäftigt. Leider wird am Einlass "verschwiegen", das aufgrund der Witterung die Pinguine nicht draußen und damit nicht zu sehen sind - für Familien vielleicht ja ein großer Grund, dort reinzugehen. Neben Ausstellungen zu Flora und Fauna mit Tierpräparaten, sowie zu Forschung und Schifffahrt, gibt es vor allem viele Aquarien mit Bewohnern der nordischen Meere. Leider ist der Krake müde, ich liebe ja diese intelligenten und neugierigen Viecher. Im größten Becken mit meterhoher Panoramascheibe zieht ein dicker Hai stoisch seine Runden, wirkt leider etwas hospitalistisch. Und ihn im Dämmerlicht mit aufs Bild zu kriegen ist gar nicht so leicht. Am Ende des Rundgangs kommt man in die Halle mit den Giganten der Meere, den Walen. Natürlich keine echten, aber immerhin lebensgroße Modelle, inkl. Blauwal, die dort hängen. Darunter stehen Liegen, und ich entspanne mich im Dunklen mit den Walgesängen vom Band - schon beeindruckend. Da es leer ist, haben wir hier auch unsere Ruhe, sind allein mit den Riesen. Leider blökt die Ansage mitten im Info-Film hinein, dass nun bald geschlossen wird - das hätte man besser timen können, oder? Danach ist es jetzt im Winter auch draußen schon dunkel. Neben dem Ozeaneum gibt es noch das Deutsche Meeresmuseum, untergebracht im ehemaligen Katharinenkloster. Dort gibt es auch Aquarien zu tropischen Meeren sowie Meeresschildkröten.

19 Uhr: 
Entlang der Reste der Stadtmauer geht es Knieperteich und dem Schauspielhaus vorbei bis zum Kütertor, eines der beiden erhaltenen Stadttore. Im dort angrenzenden alten Gebäude ist das "Torschließerhaus" untergebracht. Die urige, verwinkelte Kneipe bietet deftige Hausmannskost mit Fisch und Fleisch - mein Jägerschnitzel hatte XL-Ausmaße - und das zu sehr moderaten Preisen.
Kütertor und Torschließerhaus

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