Mittwoch, 2. September 2015

O' zapft 'is: 10 Tipps fürs Oktoberfest

Vom 19. September bis 4. Oktober ist wieder Oktoberfest in München. Das größte Volksfest der Welt, auch einfach Wiesn genannt, ist ein Erlebnis. Dieses Jahr werde ich leider nicht dabei sein, aber 2014, 2012 und 2010 war ich dort und hatte eine Mordsgaudi. Damit Euer Besuch auch ein Erfolg wird, hier ein paar Tipps - was hat mir gefallen, worauf sollte man achten, was gibt es ausser Bier noch zu entdecken? Erstmal ein kurzer Film zur Einstimmung:


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1. Unterkunft
Ja, es stimmt. Zur Wiesn-Zeit explodieren die Hotel-Preise. Ich hatte 2x das Glück, bei Freunden übernachten zu können. Die wohnten zwar etwas außerhalb, aber mit S-Bahn Anschluss. Das war kein Problem. Letztes Jahr musste ich dann selbst suchen, da meine Freunde verhindert waren. Ein halbes Jahr vorher hatte ich noch ein Einzelzimmer für 90 Euro pro Nacht reserviert, kurz vor dem Fest gab es nur noch welche ab 200 Euro. Letztlich habe ich das storniert und mir über Airbnb ein Privatzimmer gesucht. Das kostetet 70 Euro pro Nacht, war aber quasi direkt an der Theresienwiese und zudem hatte ich eine sehr nette Gastgeberin.

2. Zelte
Es gibt 14 große Zelte der Brauereien bzw. das Weinzelt und Käfers Wiesn-Schenke. Firmen und andere Organisationen können direkt bei den Wirten Plätze und Tische reservieren. Alle anderen müssen anstehen - und das tun sie schon früh morgens. Sie öffnen um 10. Ich hatte das Glück, mit einer Gruppe tagsüber eine Reservierung in der "Bräurösl" zu haben. Dazu gehörte dann ein Hendl und zwei Maß. In der Bräurösl war viel Münchner Publikum, am letzten Tag wird dort das offizielle Ende begangen mit Oberbürgermeister, Lichtern und Trompetenspielern. Stimmung war auch dort spätestens ab um 11 Uhr. Rauchen ist nur draußen erlaubt, es gibt kleine Terrassen am Zelt.

3. Lieder
In den Zelten spielen Blaskapellen und Bands. Man tanzt auf den Bänken - und singt mit. Wer schon mal üben möchte: In den letzten Jahren standen das Fliegerlied, Helenes Atemlos, Z`ruck zu Dir, Anita, Viva Colonia, Die Hände zum Himmel hoch im Kurs. Nicht zu vergessen das Prosit der Gemütlichkeit: Regelmäßig heißt es: "Ein Prosit, ein Prosit der Gemüüüüütlichkeit" und dann: "Oans, zwoa, gsuffa" - und dann stößt man an. Maßkrug immer gut umfassen und auf die Finger aufpassen!
 4. Essen
Verhungern tut man dort nicht. Draußen locken Freßbuden aller Art. In den Zelten stehen Backhendl, als halbe Hähnchen, hoch im Kurs, dazu immer wieder Brezn oder auch eine Riesen-Platte Brotzeit mit Schmalzbroten, Mettbrötchen, Gurken, Radieschen, Obazda. Bayrisch deftig eben. Aber lecker und eine gute Grundlage für das Oktoberfest-Bier.


5. Dirndl
Ja, muss sein. Ohne fällt man auf. Männer in Lederhosen und Karohemd, Frauen eben im Dirndl. Damit das ganze nicht zu einer Karnevals-Veranstaltung verkommt, wo alle nur noch mit Billig-Kleidern in Knallfarben und viel zu kurz rumlaufen, muss man leider etwas tiefer in die Tasche greifen. Ich habe mir einmal eines geliehen und mir dann ein recht traditionelles aus Baumwolle gekauft. Sexy ist es immer noch. Dirndl werden mal mit, mal ohne die weiße kurze Bluse verkauft, darauf muss man achten. Die Blusen gibt es separat, habe mir noch einen Ersatz bestellt - und ja, auch einen Dirndl-BH, der ein bisschen hebt und pusht - denn nur so sieht es wirklich gut aus. Die Sache mit der Schleife erklär ich mal nicht, das dürfte ja inzwischen bekannt sein..., oder? Als Schuhe empfehle ich bequeme Pumps oder Ballerinas in schwarz - rutschfest sollte es sein um auf den Bänken zu tanzen...

6. Accessoires
Hm, ja, so ganz konnte ich mich dem blau-weißen Rausch nicht entziehen und habe auch einige "alberne" Sachen zum Dirndl gekauft, die aber einfach niedlich waren und einen schön einstimmen. Etwa Brezn-Ohrringe, ein Herzerl-Tasche, einen Oktoberfest-Ring, eine Kette (gern auch ein Kropfband). Was ich leider nicht selbst hinbekommen habe war eine tolle Flecht-Frisur, obwohl ich die Haare dazu hätte. Kann man in München aber auch beim Frisör machen lassen. Sieht toll aus und hält auch den ganzen Tag. Was ich nicht mochte waren kleine Hütchen, die manche trugen. Das war mir dann doch ein bisschen zu viel Karneval...


7. Bier
Die Maß kostet inzwischen 10,40 Euro. Auch ich bin eigentlich kein Biertrinker, schon gar nicht morgens um 11. Aber nun ja....ohne ist es wirklich nicht ganz so lustig. Zudem ist das Oktoberfest-Bier süffiger als normales Bier. In der Bräurösl wurde Hacker-Pschorr ausgeschenkt. Einmal hatte ich das Glück einem Bierwagen samt Pferden zu begegnen, toller Anblick. Bei Trinken sollte man schon seine Grenzen kennen, sonst landet man auf dem Kotzhügel oder beim Roten Kreuz. Ich brauche recht lang für einen Krug, das bewahrte mich immer vor Schlimmeren. Irgendwann bin ich dazu übergegangen, etwas belächelt von den Bedienungen (die müssen das Bier vorher kaufen und verdienen somit nur am Umsatz und sind daher bissi grantig, wenn man dauernd nix bestellt), Alster bzw Radler zu bestellen. Das kam dann in Form von einem halbvollen Maßkrug und einer Flasche Limo dazu.

8. Oide Wiesn
Seit dem Jubiläums-Oktoberfest 2010 (200 Jahre) gibt es das Areal "Oide Wiesn", also die "Alte Wiesn", im Süden der Theresienwiese. Es kostet 3 Euro Eintritt, lohnt sich aber. Es ist ruhiger und beschaulicher als auf der eigentlichen Wiesn. Hier geht es nostalgisch zu, aber es gibt auch Musik. Zudem Tiere, alte Karussells und ein Festzelt mit Blasmusik. Mit dem Einlassbändchen kommt man immer wieder rein.

9. Teufelsrad
Auch ein altes Fahrgeschäft, aber auf der eigentlichen Wiesn. Ich habe nie mitgemacht, aber einfach zugucken macht sehr viel Spaß. Ein Ansager mit herrlich bayrischem Dialekt ruft bestimmte Personengruppen, z.B. alle Frauen zwischen 16 und 18 oder alle Männer mit rotkariertem Hemd auf, die dann in der Mitte auf der Drehscheibe Platz nehmen. Ziel ist es, möglichst lange dort zu bleiben, während es sich dreht. Neben der Fliehkraft werden auch Taue und ein dicker Stoffball eingesetzt, um die Leute hinunterzubekommen.

10. Riesenrad
Das große Rad bietet einen unvergleichlichen Ausblick auf die Wiesn, die Menschenmassen und die Stadt. Eine Fahrt lohnt unbedingt.

Und noch ein Tipp zum Zuschauen und lachen: Toboggan. Eigentlich eine Rutsche, aber es geht nicht ums Hinabkommen. Als Zuschauer hat man sehr viel Spass dabei, zuzusehen, wie die Leute auf dem Laufband nach oben kommen - wollen. Ist nicht so leicht wie es klingt, vor allem mit ein paar Maß intus....Lacher und Faller garantiert.

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