Mittwoch, 11. März 2015

Reisefieber: Ich packe meinen Koffer...

... aber welchen? Und warum eigentlich keinen Rucksack? Und was benutze ich sonst noch? Zunächst muss ich sagen, dass ich wohl eher ein Flashpacker als ein Backpacker bin. Rucksack. das war zu meinen Studienzeiten. Egal ob nach Hause zu den Eltern oder drei Wochen mit Interrail durch Europa. Doch das heisst nicht, dass mein Rucksack nicht mehr zum Einsatz käme. Ich besitze einen Jack Wolfskin Atlas 55 Liter, speziell für Frauen. Vollgepackt sieht er so aus:
Das war auf einer 5-tägigen Wandertour in der norwegischen Hardanggervidda. Voll bis obenhin, mit Essen, Verpflegung, Schlafsack. Das nächste Mal wird er wohl mit in die Mongolei kommen, da dort Koffer nicht erwünscht sind, da das Gepäck dort transportiert werden muss. Um mehr reinzkriegen, habe ich noch zwei Seitentaschen zum Anschnallen besorgt, von meru (also Globetrotter), zudem eine Schutztasche, um ihn für Flüge zu verpacken - das Risiko, dass die Gurte irgendwo hängen bleiben und reissen, ist mir zu groß.

Leider macht meine Schulter schnell mucken, egal wie gut der sitzt, wenn ich wirklich lang damit laufe. Deshalb, und eigentlich seit meiner ersten Übersee-Reise, fliege ich gern mit einem richtigen Hardcase-Rollkoffer. Mein erster war von Samsonite, er hielt 20 Jahre und flog mehrfach in de USA, durch Europa, zuletzt nach Namibia. Auf dieser Reise brach dann leider schon zu Hause auf dem Weg zum Bus eine der Rollen. Hinterherziehen war damit zwar noch möglich, aber nicht mehr so leichtgängig. Da kam dann mein neuer Rollkoffer zu mir, diesmal ein aufrechter Kerl, ziemlich groß. Es ist ein S'cure Spinner von Samsonite, 75 cm.
Großer Koffer, Midi-Variante (hinten) und Handgepäck-Trolley
Er ist riesig und war bisher nur in Indien dabei. Denn für kürzere Trips ist er einfach überdimensioniert. Daher ist noch ein billiger Hartschalenkoffer in midi dazu gekommen, der nicht mehr als Handgepäck durchgeht, aber mehr Platz als dieser bietet. Ich habe ihn mal bei Groupon bestellt und bin ganz zufrieden mit ihm. Eine Woche Mallorca war damit gut machbar, zudem kommt er bei Autofahrten mit, wenn es nicht auf Größe und Gewicht ankommt. Bei vielen Kurztrips, gerade mit Billigfliegern, ist nur Handgepäck im Preis inbegriffen. Mein On-Board-Trolly von travelite ist schlicht und geräumig, unterschreitet die erlaubten Maße sogar leicht, so dass ich da immer auf der sicheren Seite bin. Schnell überschritten ist jedoch das Gewicht. Daher bin ich froh, mir vor einiger Zeit endlich mal eine Kofferwaage zugelegt habe (über amazon). 8 Kilo etwa sind nicht viel... Aber auch die großen Koffer wiege ich vorher. Gerade der Große ist vollgepackt einfach immer schwerer als die meist erlaubten 23 Kilo.
Neben den Koffern habe ich noch eine größere Roll-Reisetasche von travelite, die ich aber eher selten benutze. Sie ist ein Backup für Reiter-Reisen, wenn ein Koffer nicht erwünscht ist und ich den Rucksack nicht nehmen möchte.
Der Nachteil: Sie ist einfach nicht so stabil. Denn die Hartschalen-Koffer, so uncool sie auch sein mögen, halten einfach wirklich viel aus. Und die vielen Schrammen machen sie zwar nicht schöner, aber zeigen, dass es da am Airport wirklich hart her geht. Und auch meine Sachen sind da drin geschützt, vor Regen und auch Dreck, da man die Dinger auch abschließen kann, habe ich da ein besseres Gefühl wenn ich die mit Inhalt z.B. in einer Pension rumstehen lasse. Ein weiterer Vorteil: Man hat die Hände und den Rücken frei. Dort sitzt dann nämlich mein kleiner Rucksack, den ich auf Flugreisen mit aufgegebenem Gepäck dann statt Bord-Trolley nutze - und unterwegs dann eben auch vor Ort nutzen kann. Da setze ich seit Jahren auf deuter, und zwar die etwas "schickeren" Modelle, die eher nach Business statt Outdoor aussehen. Es war lange der Giga, nun habe ich seit Kurzem den Graduate.
Da passt ne Menge rein, sogar für einen Stopover. Wertsachen kommen in eine kleine Umhängetasche (bei den meisten Airlines darf man "richtiges" Handgepäck plus eine kleine Handtasche mitnehmen - wenn nicht, so packen, dass man Handtasche noch in den Rucksack oder Trolley reinquetschen kann).
Eine sehr gute Anschaffung, die ich nicht mehr missen möchte, ist übrigens der Tatonka Zip flight bag (gibt es z.B hier).
Nichts gegen die Einmal-Dinger aus dem Supermarkt - aber irgendwie reissen die ja doch schnell oder der Zipper schliesst nicht mehr. Der Zip Bag ist stabil und es passt gut was rein, das Material ist weich und leicht dehnbar. Er begleitet mich immer als Handgepäck-Kulturtasche mit allem, was ich brauche - für einen Kurtrip oder auch für den Fall, dass Koffer mal nicht rechtzeitig ankommt - ein Horroszenario, was ich gottseidank noch nicht erlebt habe. Für alle Fälle baumelt an allen meinen Gepäckstücken immer ein Kofferanhänger, mal im 10er Pack bei amazon bestellt - mit Handynummer und Adresse - vor Ort und Heimat.
Mein richtiger Kulturbeutel ist seit Jahren eine Waschtasche von Eagle Creek - großes Fach, kleiner für z.B. Wattestäbchen oder Nähzeug mit Reissverschluss, Aufhängehaken, Spiegel. Nicht besonders attraktiv, aber robust und praktisch.
Davor liegt noch mein Werbegeschenk von Ratiopharm - da kommt immer meine Reiseaptheke rein. Hat innen ein paar Gummihalter und Einschubfächer. Immer dabei habe ich zudem einen Faltbeutel (so einen aus dem Drogeriemarkt). Das ist dann vor Ort total praktisch für Einkäufe, als Strandtasche, um Kram an Pool zu tragen oder in das Gemeinschaftsbad. Auch zum Falten ist zudem meine "Cabin Bag".
Die habe ich aber immer im Koffer - für die Reiterreisen. Auch wenn ich schon mit Hartschale im isländischen Hochland war, ist manchmal eben die Mitnahme von Koffern bei Trails nicht erlaubt. Oder auch bei anderen Mehrtages-Exkursionen. Da reicht dann diese Tasche (made in China, bei Amazon bestellt) für bis zu einer Woche (bei nicht allzu üppiger Garderobe plus kleiner Rucksack). Ausgeklappt ist es eine eckige Tasche mit Reissverschluss und Schultergurt. Der Koffer bleibt dann im Hotel/Hostel (daher gut, wenn abschliessbar). So geschehen etwas in Namibia oder Indien. Übrigens: Der Tipp, dass man mehr reinbekommt, wenn man die Klamotten rollt, stimmt.
Zudem habe ich ein paar Säckchen, in die ich z.B. Sochen zusammen reintue oder Unterwäsche. Das sorgt für Ordnung und hilft unterwegs wenn man was sucht.
Und ich nehme immer noch wasserfeste Packsäcke mit, habe einen eher dicken von meru und welche von Sea to summit. In den orangenen Sack kommt z.B. immer mein Schlafsack rein - denn der soll auf jeden Fall trocken bleiben.
Auch für mein Handy habe ich eine wasserfeste Hülle, von ortlieb (im Foto rechts), zudem ist immer noch ein Seal-Pack dabei (mitte). Für Wertsachen zudem ein Geldgürtel und eine kleine Seidentasche, die man z.B. am BH oder innen an der Hose festmachen kann.

Viel Spass beim Rollen und Packen! Was nehmt ihr denn für Eure Reisen - und wieviel Liter braucht ihr dann so an Platz?
Übrigens: Das nächste Mal beim Reisefieber zeige ich euch meine Packliste für Trails...

Update: Weniger ist mehr. Für Kurztrips reise ich gar nicht mehr mit Trolley, sondern nur noch mit dem deuter-Daypack. Gerade bei Städtetrips mit Hotel völlig ausreichend. Mein Trekking-Rucksack ist leider kaputt gegangen. Für die Mongolei hatte ich einen kleineren von deuter von einer Kollegin geliehen. Den großen Samsonite-Koffer nutze ich fast gar nicht. Ganz neu und noch nicht eingeweiht ist der Reisetrolley von Decathlon, 90 Liter, den man rollen kann, der aber auch Träger hat, um ihn kurzzeitig auf dem Rücken zu tragen. Ich werde ihn bei meiner nächsten größeren Reise testen und hoffe, er ist stabil.

 In der Rubrik "Reisefieber" werde ich in loser Folge über das Drumrum des Reisen berichten: Planen, Packen, Produkte.

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