Sonntag, 31. Dezember 2017

Gran Canaria individuell statt pauschal - Der Süden, Teil 1

Noch einmal Sonne tanken vor dem grauen deutschen Winter - das war der Plan. Als Termin blieb mir und meiner Reisebegleitung (meine Mum) nur Anfang November. Ich träumte ehrlich gesagt von einer Fernreise und tropischen Stränden, doch meine Mutter wollte nicht so lang im Flugzeug sitzen. Um es dennoch warm zu haben, blieben fast nur noch die Kanaren. Ich muss zugeben, für mich ein Kompromiss. Und ich stellte klar: Können wir machen, aber dann nicht eine Pauschalreise, sondern individuell. Ich wollte keinen Touristenbunker und Abendbuffet. Gran Canaria blieb als Ziel, da wir beide Lanzarote schon kannten, Fuerte mir zu langweilig erschien und die Flüge nach Teneriffa zu teuer waren. So ging es mit Ryanair nach Gran Canaria. Über Airbnb und booking.com suchte ich Unterkünfte. Ich verliebte mich in eine Finca in den südlichen Bergen - die war aber nur noch drei Tage mitten in unserer Zeit frei. Doch ich hatte den Wunsch, dort zu übernachten, auch wenn es nur für drei Nächte war. So musste ich die Reise da drumrumbasteln. Noch ein Mietwagen gebucht (über Sunnycars.de, vor Ort Anbieter war Avis. Alles tip top, Kosten für 10 Tage 140 Euro). Ich hoffte nur, dass sich die Planerei und die Quartierswechsel nur wegen dieser Unterkunft lohnen würden. Teil 2 ist hier.

San Augustín

Nach unserer Ankunft ging es nach San Augustín, der nördliche Beginn der Touri-Hochburgen der Playa del Ingles bis Maspalomas. Auch unser süßer kleiner Bungalow lag im Schatten eines großen Sterne-Hotels. Zum Ankommen war der Touri-Ort genau richtig.
 
Bummeln an der Strandpromenade, baden, abends gingen wir essen, mittags auch für einen kleinen Snack. Die Strände sind eher grau, nicht so feinsandig, aber zum Baden ok. Das Wasser war recht frisch. Hübsch kann man die Orte hier nicht nennen, Hotels, Appartments, dahinter die Inselautobahn. 


Restaurants
Mittags assen wir in kleinen Läden an der Promenade und probierten die typischen kanarischen Tapas, mit den Runzelkartoffeln und den grünen Paprika mt Meersalz.
Abends gingen wir mal in das Touri-Fisch-Restaurant "El Capitan" in San Augustín. Mein Sepia war schon etwas Gummi, aber gut. 
Richtig was gegönnt haben wir uns dann aber mal im "Aromaatlantico". Etwas versteck in zweiter Reihe gelegen, ist es ein feines Restaurant, dass spanische, kubanische und kanarische Küche mixt. Ich esse Ceviche, dann gefüllte Tacos.
 

Maspalomas 
Der südliche Zipfel der Insel, die auch als Miniaturkontinent gilt, lockt mit wunderschönen Sanddünen und goldgelbem Strand. Daher ist es hier wie befürchtet auch voll, zudem stand der Gay-Karneval bevor, und ein Strandabschnitt war daher voll mit hübschen Männern. Wir liefen vom Leuchtturm in die Dünen, am Wasser entlang, so wie Massen an Menschen. Man findet dann, je weiter eg man vom Ort kommt, auch ein ruhiges Plätzchen am Strand, allerdings brennt die Sonne. Ich lief ein paar Dünen empor, um den Ausblick zu geniessen. Den Rundweg durch die Dünen sparten wir uns angesichts der Hitze, zudem konnte ich ihn nicht entdecken, bzw. die Leute liefen eh kreuz und quer. Abends genossens wir nochmal den Anblick von der anderen Seite , der Promenade von Playa del Ingles. 



 

 
Puerto Rico 
Der Badeort im Süden verköperte leider das, wovor ich mich ja so gefürchtet hatte: Kleine Bucht, mit Liegestühlen vollgestellt, die Berge drumrum zubetoniert mit Appartmentanlagen und Hotels, Touri-Shops und gesichtslosen Cafés. Wir waren beide froh, dass wir nicht hier unseren Urlaub verbringen mussten. Wir starteten hier nur zu einer Whale- und Delphinwatching Tour mit der "Spirit of the Sea". Mit dem Katamaran geht es raus. Wir sehen keine Wale, aber eine große Schule Delphine, die auch viel springen. Wie immer versetzt mich der Anblick dieser Tiere in einen echten Glückszustand. Leider sollte man die Fahrt mit dem Boot nicht unterschätzen, der Wellengang ist schon hoch, und einige Passagiere wurden seekrank. 
 


Puerto de Mogan
Eine kleine Ausnahme der Touri-Orte. Zwar gab es auch hier nur eine kleine Bucht und viele Urlauber, aber Zentrum des Ortes ist eine flache, hübsch angelegte Appartment-Anlage, wie eine Art Dorf, mit vielen Blumen. Wir bummelten durch die Gassen und liefen dann noch durch das alte Fischerdorf über Treppen empor zu einem Aussichtspunkt. Hier gab es Einblicke in Häuser der Einheimischen und einige Katzen. Eine kleine Oase im Touri-Rummel. 
 
 

 
 
 
 

Die Finca
Nach drei Nächten und Tagen im Touri-Gebiet ging es nun endlich zu der Finca. Sie lag auch im Süden, aber landeinwärts am Ende eines Barranco, eines Tals, das zum Meer führt, in der Nähe des Dorfes Veneguera. Wir werden vom deutschen Besitzer an der Straße abgeholt, dann geht es eine bucklige Auffahrt hinab. Mir ist klar: Hier will ich nicht mehr als nötig hoch- und runterfahren. Gottseidank haben wir vorher im Supermarkt "Hiperdino" in Puerto Rico eingekauft. Letztlich bewegen wir das Auto gar nicht - und uns auch fast nicht. Es werden drei erholsame Tage in einer wunderschön restaurierten Finca, mit einem traumhaften Blick ins Tal bis zum Meer, ruhig und friedlich. Ein toller Pool sorgt für Abkühlung, Hühner für frische Eier, wir aßen Salat und Tapas, Nudeln und tranken Wein, spazierten ein wenig in den Hügeln herum. Ja, mein Bauchgefühl war richtig gewesen. Dieser Ort hatte etwas Magisches.
 
 
 


 
 
 
Und hier geht es zu Teil 2 - der Norden und Las Palmas

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